Gemeinschaftswährung rutscht unter 1,23 Dollar
Zinsspekulationen lasten auf dem Euro

Nach zwei Interviews von Mitgliedern der europäischen Zentralbank spekulieren Anleger auf eine Zinssenkung in der Euro-Zone. Das belastet den Euro.

FRANKFURT. „Das alles schwächt den Euro“, sagte ein Händler. Die Gemeinschaftswährung, die in Fernost noch ein Tageshoch von beinahe 1,2370 Dollar erreicht hatte, rutschte am Mittag im europäischen Handel auf ein Tagestief von 1,2230 Dollar. Zum Yen fiel der Euro auf 129,95 Yen von 131,63 Yen am Vorabend. Die Zinsspekulationen seien von Guy Quaden, Chef der belgischen Notenbank und Mitglied des EZB-Rates, verstärkt worden. Quaden hatte in einem Zeitungsinterview unter anderem erklärt, dass die Leitzinsen in der Euro-Zone mit zwei Prozent schon „extrem niedrig“ seien, aber die EZB dennoch Spielraum habe - falls nötig.

In einem Handelsblatt-Interview hatte EZB-Chef Jean-Claude Trichet bereits Zinsspekulationen neue Nahrung gegeben, als er erklärte, die EZB überprüfe ihr Szenario eines fortgesetzten moderaten Aufschwungs in der Euro-Zone. Sollte die EZB ihre Zinsen tatsächlich senken, würde der Zinsvorteil des Euro zum Dollar schrumpfen. In den USA sind die Zinsen derzeit nur halb so hoch wie in der Euro-Zone. Dort wird allerdings schon seit geraumer Zeit über eine Zinswende spekuliert.

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