Gemeinschaftswährung
Schuldenkrise belastet Euro weiterhin

Der Eurokurs ist am späten Nachmittag am Montag auf 1,3468 US-Dollar gefallen. Im frühen Handel hatte der Euro noch bei 1,3538 Dollar notiert. Grund sei die anhaltende Verunsicherung durch die europäische Schuldenkrise.
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FrankfurtDer Kurs des Euro ist am Montag gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am späten Nachmittag mit 1,3468 US-Dollar gehandelt. Im frühen Handel hatte der Euro noch bei 1,3538 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,3458 (Freitag: 1,3576) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7431 (0,7366) Euro.

„Die Finanzmärkte sind weiter sehr verunsichert“, sagte Ralf Umlauf, Devisenexperte von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Dies zeige sich nicht nur an den gefallenen Aktienmärkten, sondern auch an den erneut gestiegenen Risikoaufschlägen für Anleihen aus den Krisenländern der Eurozone. So sind die Renditen für spanische Staatsanleihen trotz des klaren Wahlergebnisses deutlich gestiegen. Bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Spanien hatte die konservative Volkspartei (PP) einen Erdrutschsieg errungen. Jedoch sei dieses Ergebnis bereits an den Märkten erwartet worden, sagte Umlauf. Einen klaren Grund für die erneut starken Spannungen an den Märkten gebe es nicht.

„Jedoch lastet weiter die Schuldenkrise in der Eurozone auf dem Euro“, sagte Umlauf. So hatte die EZB in der vergangenen Woche ihre Anleihenkäufe wieder ausgeweitet. Laut Umlauf dürfte die Notenbank auch weiterhin am Markt die Anleihen stützen. Mittel- und langfristig könnte die Krise nur durch einen grundlegenden Politikwechsel in den betroffenen Ländern gelöst werden. Ein gutes Beispiel dafür sei Irland. Die in den USA offenbar gescheiterten Verhandlungen zwischen den Parteien über Einsparungen im Haushalt hätten die Verunsicherung zusätzlich verstärkt und den Euro belastet.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86000 (Freitag: 0,85805) britische Pfund, 103,44 (104,06) japanische Yen und 1,2375 (1,2378) Schweizer Franken fest. Der Preis für eine Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1702,00 (1719,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 40.020,00 (40.480,00) Euro.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Deutschland braucht einen Euro-Wechselkurs von 1,70 zum US-Dollar, Frankreich, Italien, Spanien dagegen brauchen ein Euro-Wechselkurs von 1,20 zum US-Dollar, während Länder wie Portugal, Grichenland 1,00 zum US-Dollar brauchen.
    Das ist eigentlich das Problem der Eurozone, in 10 Jahren sind die angestrebte Wirtschaftskornvergenzen nicht erreicht worden, ganz im Gegenteil, die Divergenzen sind noch größer geworden. Wir haben immer noch auf der einer Seite riesige Leistungsbilanzüberschüsse, auf der anderer Seite, zwangsläufig, riesige Leistungsbilanzdefizite.
    Das ist auch der Hauptgrund der Eurokrise oder Schuldenkrise. Die Überschüsse sind verbraucht worden und die Defizite sind Schulden geworden die nicht zurück gezahlt werden können. Dieses Manko oder Fehlbetrag ist das Problem.

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