Gemeinschaftswährung
Schwache Konjunkturdaten belasten Euro

Die Stimmung an den europäischen Devisen- und Rentenmärkten tut es dem Wirtschaftsklima gleich und trübt ein. Der Euro fiel zwischenzeitlich auf bis zu 1,3270 US-Dollar. Hinzu kommt der Generalstreik in Spanien.
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FrankfurtAm europäischen Devisen- und Rentenmarkt haben schwache Konjunkturdaten aus der Euro-Zone am Donnerstag für Nervosität gesorgt. Der Euro sank auf bis zu 1,3270 Dollar nach 1,3314 Dollar am Vorabend in New York. Der Bund-Future legte im Gegenzug um 33 Ticks auf 138,20 Punkte zu.

Nach Angaben der EU-Kommission trübte sich das Wirtschaftsklima in der Euro-Zone im März ein. Das entsprechende Barometer fiel um 0,1 auf 94,4 Punkte, während Analysten mit 94,6 Zählern gerechnet hatten. Das separat ermittelte Geschäftsklima sank auf minus 0,30 Punkte von minus 0,16 Zählern im Vormonat, während Experten einen unveränderten Wert prognostiziert hatten. „Die Hoffnung auf eine nachhaltige Stimmungswende hat sich damit zunächst nicht erfüllt“, urteilte Commerzbank-Analyst Christoph Weil. Er ginge zwar davon aus, dass die Rezession im Euro-Raum im Frühjahr enden wird. „Doch die weiterhin schlechte Stimmung zeigt, dass es anschließend wohl keine kräftige wirtschaftliche Erholung geben wird.“ Börsianern zufolge wurden beim Euro weitere Verkäufe ausgelöst, nachdem die Gemeinschaftswährung unter die Marke von 1,33 Dollar fiel. Auch Aussagen der OECD, wonach die Länder der Euro-Zone bei der wirtschaftlichen Erholung weit hinter den USA und Kanada hinterher hinkten, lasteten auf der Stimmung.

Analysten rechnen indes nicht damit, dass sich der Eurokurs signifikant ändert, solange die Finanzminister der Euro-Zone nicht über eine mögliche Ausweitung der Euro-Rettungsschirme EFSF und ESM entschieden haben. Am Wochenende debattieren die Finanzminister in Kopenhagen über eine mögliche Erhöhung der „Brandschutzmauer“. Laut einem Entwurf für eine gemeinsame Erklärung soll die kombinierte Kapazität der Rettungsfonds bis Mitte 2013 bei 700 Milliarden Euro angesetzt werden. Unter „außergewöhnlichen Umständen“ bestehe die Möglichkeit, das Volumen auf 940 Milliarden Euro anzuheben, hieß es in dem Papier, das der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. Der Euro zog daraufhin wieder leicht auf 1,3290 Dollar an.

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