Gemeinschaftswährung weiter im Steigflug
Euro klettert zeitweise auf Acht-Monats-Hoch

Der Euro ist am Dienstag gegen den Dollar zeitweise auf das höchste Kursniveau seit acht Monaten gestiegen.

HB FRANKFURT. Am späten Nachmittag kostete der Euro 1,2792 Dollar, nachdem er im asiatischen Handel ein neues Acht-Monats-Hoch bei 1,2841 Dollar erreicht hatte. Damit nähert sich die Gemeinschaftswährung weiter ihrem Rekordhoch bei 1,2927 Dollar, das sie am 18. Februar erklommen hatte. Am Vorabend war der Euro in New York bei 1,2808 Dollar aus dem Handel gegangen.

„Der Dollar dürfte weiter zur Schwäche neigen“, prognostizierte Devisenanalyst Carsten Fritsch von der Commerzbank in einem Marktkommentar. Das Erreichen neuer Euro-Höchststände sei nur noch eine Frage der Zeit, ergänzte er. Auch ein Händler rechnete damit, dass der Euro bald sein bisheriges Rekordhoch testen wird. „Es gibt einen klaren Trend zu Dollar-Verkäufen und dem muss man einfach folgen“, sagte er.

Blieb das schwächer als erwartet ausgefallene US-Verbrauchervertrauen für Oktober weitgehend ohne Auswirkungen auf die Kapitalmärkte, verhinderten skeptische Prognosen der EU-Kommission zur Wirtschaftsentwicklung zunächst ein weiteres Ansteigen des Euro. So rechnet die EU-Kommission 2005 mit einem Wachstum in der Euro-Zone von 2,0 Prozent nach zuvor 2,3 Prozent. Nach Bekanntwerden dieser Prognose fiel der Euro von etwas über 1,28 Dollar vorrübergehend auf ein Tagestief von 1,2767 Dollar. „Die Reduzierung der Wachstumsprognose durch die EU lastet ein bißchen auf dem Euro“, sagte Lisa Finstrom, Devisenanalysten bei der Citigroup in New York.

In den vergangenen beiden Wochen ist der Euro um rund sechs Cent gestiegen. Auslöser für die rasante Aufwärtsbewegung der Gemeinschaftswährung war unter anderem die Veröffentlichung des höher als erwarteten US-Außenhandelsdefizits. Zudem nennen Analysten als Belastungsfaktoren für den Dollar immer wieder auch den weiterhin hohen Ölpreis, der Sorgen um negative Auswirkungen auf das US-Wirtschaftswachstum nährt.

Auch im Vergleich zum Schweizer Franken und zum Yen zeigte sich die US-Währung am Dienstag weiter schwach. Der Dollar lag am Nachmittag bei 1,1988 Schweizer Franken und damit weiter in der Nähe seines am Morgen erreichten Acht-Jahres-Tiefs bei 1,1927 Franken. Die US-Währung kostete am Nachmittag 106,76 Yen und lag damit etwas über ihrem am Vortag markierten Sechs-Monats-Tief.

Wie Commerzbank-Experte Fritsch sind auch andere Analysten der Meinung, dass der jüngste Höhenflug des Euro noch lange nicht beendet ist. Im Vordergrund stünden derzeit die Befürchtungen um eine weitere Wachstumsverlangsamung der US-Wirtschaft, urteilen die Analysten der Helaba. „Diese werden von einem von Rekordhoch zu Rekordhoch eilenden Ölpreis angeheizt. Technisch anfällige US-Aktienmärkte sowie politische Unsicherheiten im Zusammenhang mit der US-Präsidentschaftswahl runden das negative Dollarbild ab“, schrieben sie in einem Marktkommentar.

Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX wurde der Kurs des Euro mit 1,2795 (Vortag 1,2798) Dollar festgelegt. Die EZB ermittelte den Referenzkurs mit 1,2784 (1,2792) Dollar.

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