Gerüchte um Haircut
Euro klettert wieder über 1,30 Dollar

Der Euro hat zum Wochenausklang zugelegt und wieder die Marke von 1,30 Dollar übersprungen. An den Märkten wird über den nächsten Schuldenschnitt für Griechenland spekuliert.
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FrankfurtDer Euro hat am Freitagvormittag die psychologisch wichtige Marke von 1,30 Dollar wieder übersprungen. Er kostete mit 1,3029 Dollar einen Dreiviertel US-Cent mehr als zum New Yorker Vortagesschluss. Einige Börsianer machten Deckungskäufe derjenigen Anleger, die auf weitere Kursverluste gewettet hatten, für den Zusatzschub verantwortlich. Andere berichteten von Käufen durch Investoren aus dem Nahen Osten.

„Unterstützung könnte der Euro von Spekulationen über einen erneuten Haircut in Griechenland bekommen“, sagte Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz. „Denn ein erneutes Entgegenkommen dürfte vom Markt als weiteres Zeichen aufgenommen werden, dass die Gefahren für ein Scheitern der Währungsunion abgenommen haben.“ Ein zweiter Schuldenschnitt für das Land war zuletzt von Commerzbank-Chef Martin Blessing ins Gespräch gebracht worden. Etliche Analysten gehen davon aus, dass das derzeitige Schuldenniveau Athens langfristig immer noch nicht tragbar ist.

Aktuell verhandelt die griechische Regierung mit der Troika aus EZB, EU-Kommission und IWF über Reformen im öffentlichen Dienst. Bislang konnten sie sich nicht einigen, da die Troika-Experten einige von Athen vorgeschlagene Schritte als unzureichend ablehnen. Solange keine Vereinbarung erzielt ist, wird die nächste Tranche des 31,5 Milliarden Euro schweren Rettungspakets nicht freigegeben.

Neben Griechenland behielten Investoren die Entwicklungen in Spanien im Blick. Die Neuemission von Anleihen am Donnerstag lief zwar erfolgreich, dennoch warten viele Anleger nach wie vor darauf, dass Madrid sich zu einem Hilfsantrag durchringen wird. Denn dann könnte die EZB mit ihrem Anleihenkaufprogramm starten.

Zehnjährige spanische Anleihen zogen am Vormittag leicht an, so dass die Rendite auf 5,79 (spätes Vortagesgeschäft: 5,81) Prozent nachgab.

Bundesanleihen gaben dagegen nach; der richtungsweisende Bund-Future notierte 35 Ticks niedriger bei 139,86 Zählern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Gerüchte um Haircut: Euro klettert wieder über 1,30 Dollar"

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  • EU Sozialismus = ideologische Verblendung + ökonomische Unvernunft

  • Der Drahtseilakt wird fortgeführt!
    Der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht
    und im Krug ist statt Wasser Europa enthalten -
    Das ist in etwa die Situation des EURO.

  • Soll das eine gute Nachricht sein?
    Bedingt durch den permanenten deutschen Leistungsbilanzüberschuss, ist der Euro für die meisten andere Länder überbewertet und erschwert diesen Ländern Exporte und bremst Importe nicht ab. Folge: Wirtschaftlicher Niedergang. Der führt dann zu geringeren Staatseinnahmen, die wiederum zu einer höheren Verschuldung, die wiederum zu höheren Zinsen für das Land und seine Wirtschaft.

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