Gerüchte um Notenbank
Franken verliert deutlich gegen Euro

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) will ihre Euro-Kursuntergrenze angeblich anheben. Die Gerüchte reichen aus, um den Franken abrutschen zu lassen.
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Singapur/ZürichSpekulationen auf eine Anhebung der Kursuntergrenze des Franken gegenüber dem Euro haben für einen Kursrutsch der Schweizer Währung gesorgt. Der Euro schoss in der Nacht auf Mittwoch bis auf 1,2320 Franken hoch und notierte zuletzt bei Kursen um 1,2240 Franken. Händler in Asien sprachen von Franken-Verkäufen zur Vermeidung von Verlusten, nachdem die Marken von 1,2250 und 1,23 Franken durchbrochen worden waren.

Am Dienstagnachmittag war im Markt spekuliert worden, die Schweizerische Nationalbank (SNB) stehe davor, ihre Euro-Kursuntergrenze auf 1,25 Franken anzuheben. Die SNB lehnte eine Stellungnahme ab. Die Notenbank hatte vor zwei Wochen angesichts der für die Schweizer Wirtschaft bedrohlichen Frankestärke einen Minimum-Wechselkursziel von 1,20 Franken festgesetzt und angekündigt, diese Marke falls nötig mit Devisenkäufen in unbeschränktem Ausmaß durchzusetzen.

Allerdings betrachtet die SNB den Franken auch bei 1,20 noch als hoch bewertet. Eine schwächere heimische Währung würde der exportabhängigen Schweizer Industrie und dem Finanzdienstleistungssektor Entlastung bringen. Für einen Dollar wurden nach einem zwischenzeitlichen Hoch von 0,8982 Franken zuletzt Kurse um 0,8930 Franken bezahlt.

Zum Dollar hat sich der Euro im frühen Handel um die Marke von 1,37 US-Dollar bewegt. Am Abend stehen dann die Ergebnisse der Sitzung der US-Notenbank im Blick der Märkte. Volkswirte erwarten noch keine neuen Ankäufe von Staatsanleihen zur Stützung der schwächelnden Konjunktur. Als wahrscheinlich gelte die Umschichtung der Anleihebestände in längere Laufzeiten. Bis zum Abend dürften die Märkte daher abwarten.

Die Auszahlung der nächsten Kredit-Tranche an Griechenland ist wieder in greifbare Nähe gerückt. Den Eurokurs bewegte die Meldung vom Dienstagabend jedoch kaum, da sie sich schon vorher abgezeichnet habe, sagten Händler. Die EU-Kommission bescheinigte nach einer weiteren Telefonkonferenz mit Finanzminister Evangelos Venizelos den Griechen gute Fortschritte bei den Bemühungen zum Defizitabbau.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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