Gestiegene Nachfrage
Schuldscheine in Euro werden deutlich beliebter

Asiatische Emittenten spekulieren auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik der EZB und rekordverdächtige Finanzierungskosten. Anleihen werden deshalb immer öfter in Euro ausgegeben – zulasten des Dollar.
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FrankfurtEmittenten aus Asien ziehen bei Finanzierungen immer öfter den Euro in Betracht. Noch im April hatten sie Anleihen in Rekordumfang in Dollar begeben. Das veränderte Finanzierungsverhalten geht einher mit der Erwartung, dass die EZB im Zuge einer weiteren Lockerung der Geldpolitik die Finanzierungskosten auf ein Allzeittief drücken dürfte.

Südkorea, Asiens viertgrößte Volkswirtschaft, will in Gesprächen mit Investoren in Europa deren Interesse in dieser Woche sondieren. „Es gibt eine recht große Anzahl von Investoren aus Deutschland, Frankreich und Holland, die spezifischen Bedarf in Schuldtiteln in Euro haben. Dafür kommt einfach nicht genug aus Asien”, sagte Kaushik Rudra, weltweiter Kreditresearch-Leiter bei Standard Chartered in Singapur in einem Interview am 20. Mai. „In dem Umfang, in dem einige Emittenten zuletzt in Dollar aufgetreten sind, macht es Sinn, andere Währungen in Erwägung zu ziehen.”

Bharti Airtel, der größte Mobilfunkanbieter in Indien, hatte am 12. Mai eine vorrangige unbesicherte siebenjährige Anleihe über 750 Millionen Euro bei Mitte Swap und einem Aufschlag im Bereich von 245 Basispunkten platziert. 44 Prozent der Investoren, die den Bond zeichneten, waren in Großbritannien ansässig, 21 Prozent in Deutschland und in Österreich, zehn Prozent in Frankreich, sieben Prozent in Benelux und fünf Prozent in der Schweiz, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person gegenüber Bloomberg News am 13. Mai. Fondsmanager zeichneten 76 Prozent, Versicherer und Pensionsfonds 13 Prozent, sagte die Person weiter. Es war das dritte Mal seit Dezember, dass Bharti Airtel Anleihen in Euro begab.

In Euro ausgegebene Schuldtitel von in der Region Asien-Pazifik ansässigen Emittenten erreichten im Mai 2,62 Milliarden Euro - mehr als das Doppelte des Vormonats. Im April hatten Emittenten aus der Region 56,1 Milliarden Dollar bei Investoren platziert - ein Rekordwert, zeigen Bloomberg-Daten.

Jegliche weitere geldpolitische Lockerung der EZB dürfte weitere Emittenten aus Asien anziehen, sagte Mark Follett, Leiter Kapitalmarktgeschäft bei JPMorgan Chase & Co. in Hongkong.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Ja, alles wunderbar. Die Schmeißfliegen werden vom billigen Geld angezogen und Draghi hat dann noch größere Probleme, den Kurs der Währung zu drücken. Aber auch egal, an den Ungleichgewichten der Eurozone ändert das ohnehin nichts.
    http://abload.de/img/wechselkursen4kht.jpg

  • Soviel zum Thema nicht-funktionale Gemeinschaftswährung.

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