Getreide
Hochwasser treibt die Agrarpreise

In den USA stehen wichtige Anbauflächen komplett unter Waser. Einige Getreidesorten sind deshalb an den Terminmärkten so teuer wie nie zuvor. auch generell rechnen Experten mit steigenden Preisen: Die echte Knappheit sei noch gar nicht eingetreten.

DÜSSELDORF. „Es sieht nicht gut aus. Es gibt noch Hoffnung, aber sie schwindet mit jedem neuen Regenguss“, sagt Chad Hart, ein Landwirtschaftsexperte der Universität Iowa, der Nachrichtenagentur AP. Nirgendwo auf der Welt wird so viel Mais produziert wie in Iowa. Auch Sojabohnen und Getreide werden dort angebaut – und stehen zum Teil unter Wasser. Ersten Schätzungen zufolge muss die Maisernte auf rund 530 000 Hektar Anbauflächen abgeschrieben werden, bei Sojabohnen sind es sogar 810 000 Hektar Ackerfläche.

Die verheerenden Überschwemmungen im Mittleren Westen der USA treiben daher die Preise für Agrarrohstoffe immer weiter nach oben. Mais kostete an den US-Terminbörsen bis zu 7,90 Dollar je Bushel (35,24 Liter) und war damit so teuer wie nie zuvor. Auch die Sojabohnen-Kontrakte notierten mit rund 15,80 Dollar auf Rekordniveau. Experten rechnen mit weiteren Preissteigerungen. Eine Verschärfung der Welternährungskrise wird nicht ausgeschlossen.

Glaubt man den Befürchtungen, dass durch die schweren Überflutungen im US-Bundesstaat Iowa inzwischen allein im Maisanbau über 800 000 Hektar verloren gegangen sind, „so kommt hier ein schwerer Schlag auf den Agrarbereich zu“, warnt Manfred Wolter, Rohstoffanalyst der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) will nun Ende Juni, wenn das Wasser zurückgegangen sein soll, eine neue Ernteschätzung vorlegen. Bereits in der Vorschätzung hat das Agrarministerium wegen der Wetterschäden und anderer Einflüsse seine Schätzungen für die US-Maisernte 2008/09 erheblich nach unten revidiert. Mit gut 11,7 Mrd. Bushel werde die Ernte um zehn Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurückbleiben. Die Vorräte würden bis Ende August 2009 auf den niedrigsten Stand seit 1996 absacken und weltweit sogar auf ein 24-Jahrestief fallen, so das USDA. Die USA sind der größte Produzent und Exporteur von Mais.

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