Gewalt in Libyen: Die Angst um die Ölversorgung wächst

Gewalt in Libyen
Die Angst um die Ölversorgung wächst

Die Unruhen in Libyen beeinträchtigen die Ölversorgung. Mehrere Konzerne wollen ihre Mitarbeiter abziehen. Den Ölpreis treibt das weiter nach oben. Brent ist so teuer wie seit 2008 nicht mehr.
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Frankfurt

Die Unruhen in Libyen haben am Montag den Ölpreis auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren getrieben. Ein Fass (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um mehr als zwei Prozent auf 105 Dollar. Der Preis für US-Leichtöl der Sorte WTI stieg um vier Prozent auf über 89 Dollar. "Libyen ist ein wichtiger Öl-Produzent und exportiert Rohöl von guter Qualität, erklärte Christophe Barret, Öl-Analyst bei der Credit Agricole. Vor allem die Drohung eines Stammes-Anführers im Osten des Landes, die Ölexporte zu behindern, sollte die Regierung weiter Demonstrationen gewaltsam verhindern, sei besorgniserregend.

Einer libyschen Zeitung zufolge sind regierungsfeindliche Proteste nun auch in der Stadt Ra's al-Hanuf ausgebrochen. Die Stadt am Mittelmeer beherbergt Libyens wichtigste Öl-Raffinerie und -Verladestation für Tanker.

Analyst Ben Westmore sprach zudem von wachsenden Sorgen am Markt, dass sich die Unruhen auf den Iran oder ein anderes, für die Ölversorgung entscheidendes Land ausbreiten könnten, wie der Ökonom von der National Australia Bank in Melbourne sagte. "Es herrscht Sorge, dass der Nachschub aus Libyen gestört werden könnte", sagte Tony Nunan, Risiko-Manager bei Mitsubishi Corp. "Die wichtigere Frage ist aber, greifen die Proteste auf Saudi-Arabien über?"

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Ölfirmen ziehen Mitarbeiter ab

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Goldpreis zieht an

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  • Bzgl. Iran kann man beruhigt sein. Die Sorge des Marktes, dass sich die Ereignisse in Libyen und der arabsichen Welt auf Iran übertragen könnten ist der oft wunschorientierten Berichterstattung über Iran im Westen geschuldet. Man wünscht sich die Lage dort quasi instabil, sie ist es jedoch nicht. Die momentanen Unruhen auf den arabischen Straßen haben sich bis dato nicht auf Iran ausgedehnt, trotz der vor einen Monat begonnenen starken Kürzungen von Subventionen, die die größte strukturelle Wirtschaftsreform in der jüngeren iranischen Geschichte darstellen. Einige westliche Kommentatoren nahmen die Reduzierungen der Subventionen als Erfolg der neusten Sanktionen wahr, obwohl der IWF Iran seit vielen Jahren empfiehlt, seine bombastischen Subventionen zu kürzen. Tatsächlich ist nämlich die jetzt erfolgte Kürzung ein Ausdruck der politischen Stabilität und wirtschaftlichen Prosperität Irans.

    Interessant dazu auch der Artikel auf Irananders: http://tinyurl.com/6bgxadg

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