Gewinnmitnahmen belasten Kurse
Analysten erwarten Abkühlung bei Gold

Der große Preisaufschwung an den Edelmetallmärkten liegt bereits hinter uns. Davon jedenfalls gehen die Analysten internationaler Finanzhäuser aus. An eine nachhaltige Trendwende der Edelmetalle glauben die meisten Fachleute nicht. Einige wenige, sehen das anders.

FRANKFURT. Die Märkte für Gold, Silber, Platin und Palladium waren in den vergangenen Tagen nach Meinung von Fachleuten vor allem deshalb leicht unter Abgabe- und Preisdruck geraten, weil Investoren ihre hier über die vergangenen Monate hinweg entstandenen Gewinne durch Verkäufe von Position realisiert haben. Auf diese Weise wollten sie ihre an den Aktienmärkten durch Kursverluste entstandenen Löcher stopfen.

An eine nachhaltige Trendwende der Edelmetalle glauben die meisten Fachleute aber nicht. Sie begründen das auch mit der Erwartung eines auf Sicht schwächeren US-Dollars. In der Vergangenheit hatte zum Beispiel Gold auf Schwächen des Dollarkurses in der Regel mit einem Preisanstieg reagiert. Nach den Preissteigerungen vergangener Jahre seien diese Rohstoffe reif für eine Pause, sagen Experten. Eine Handelsblatt-Umfrage bei 20 führenden Analysten lässt für 2007 und 2008 im Schnitt Goldpreise von 647 beziehungsweise 652 Dollar je Feinunze erwarten. Silber dürfte nach Ansicht der Fachleute in diesem und nächsten Jahr im Mittel bei 12,40 beziehungsweise 11,90 Dollar handeln. Für das 1 195 Dollar kostende Platin wird ein 2007er-Durchschnitt von 1 120 Dollar und für Palladium (aktueller Preis 344 Dollar) von 327 Dollar prognostiziert.

Allerdings gibt es auch Analysten, die keine Abkühlung der Stimmung bei Edelmetallen erwarten. „Der Goldpreis kann seinen Aufschwung mittelfristig fortsetzen“, heißt es bei Société Générale. Nachdem das Edelmetall im vergangenen Monat erneut auf das hohe Niveau vom Oktober 2006 gestiegen war, sei auf Sicht von drei Monaten ein Preis von bis zu 730 Dollar je Feinunze möglich. Bei einem aktuellen Kurs von 645 Dollar würde dies einem Plus von rund 13 Prozent entsprechen. „Widerstandslinien, die der Goldpreis zuvor allerdings überwinden muss, sind bei 676 und 693 DollaR“, sagt Stephanie Aymes, technische Analystin der Bank. „Sollte es umgekehrt jedoch zu einem Preisrücksetzer unter die Unterstützungslinie bei 638 Dollar kommen, raten wir zum Verkauf.“

Anleger, die an Gold-Investments interessiert sind, haben zahlreiche Möglichkeiten. Neben dem physischen Kauf von Gold bieten sich Investments in Goldaktien oder Goldzertifikate sowie Gold-Indexfonds (ETF) an. Darüber hinaus existieren an der Stuttgarter Derivatebörse Euwax einige Tracker-Zertifikate auf Gold. Wer Spekulatives liebt, kann Gold-Futures und Gold-Optionen nutzen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%