Gipfeltreffen am Wochenende
Chavez spekuliert über Ölpreis-Verdopplung

Der venezolanische Präsident Hugo Chavez hat beim Opec-Gipfeltreffen am Wochenende Voraussetzungen für einen Ölpreis von „wahrscheinlich 200 Dollar“ genannt. Derweil wurde hinter verschlossenen Türen heftig über eine Umschichtung von Währungsreseven gestritten. Öffentlich wurde die den Dollar belastende Debatte durch eine peinliche technische Panne.

HB RIAD. Wegen der Talfahrt des Dollars denken die Opec-Staaten nach iranischen Angaben über eine Umschichtung ihrer Währungsreserven weg vom Dollar nach. Beim Gipfeltreffen der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) in Saudi-Arabien hätten alle Teilnehmer „Interesse gezeigt“, ihre Devisenreserven in eine „glaubwürdige, harte Währung umzuschichten“, sagte der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad am Sonntag nach dem offiziellen Ende des Treffens.

Die Auswirkungen des Dollarverfalls auf die Einnahmen der Förderländer will die Opec nach iranischen Angaben in einem eigens zu schaffenden Komitee untersuchen. Dabei soll es um die Möglichkeit gehen, einen „Währungskorb“ als Berechnungsgrundlage zusammenzustellen.

Aktueller Hintergrund: Der Ölpreis war zuletzt in die Nähe der „magischen Marke“ von 100 Dollar geklettert. Weil der Dollar aber immer stärker an Außenwert verliert, büßen die Opec-Mitglieder einen Teil ihrer Einnahmen ein. Vor der Opec-Konferenz hatte Saudi-Arabien noch gewarnt, öffentliches Gerede über den Dollarverfall würde die US-Währung nur noch weiter schwächen. Das offizielle Abschlusskommuniqué des Gipfels ging denn auch nicht auf die Dollarschwäche ein. Der Sinkflug des Dollars könnte sich nach Ansicht von Beobachtern durch die jüngste Entwicklung bei der Opec weiter beschleunigen. Parallel dazu könnte der Höhenflug des Euros weitergehen.

Ahmadinedschad machte die US-Regierung für den Werteverfall des Dollars verantwortlich. „Sie bekommen unser Öl und geben uns ein wertloses Stück Papier“, sagte er. „Wir alle wissen, dass der US-Dollar keinen ökonomischen Wert hat, der Grund dafür hat mit der Wirtschaftspolitik der US-Regierung zu tun.“

Chavez spekuliert über 200 Dollar für ein Fass Öl

Der venezolanische Präsident Hugo Chavez, der zu den erbittertsten Gegnern der USA gehört, sagte Washington eine Verdoppelung des Ölpreises auf „wahrscheinlich 200 Dollar“ im Falle eines Angriffs auf den Iran oder sein eigenes Land voraus. Bei dem Treffen mehrten sich in den Reihen der Opec die Stimmen, die eine größere politische Einflussnahme der Organisation fordern. Der ecuadorianische Staatspräsident Rafael Correa erklärte, er sei sich in dieser Frage mit Chavez einig. Dagegen sprach sich Saudi-Arabien als größtes Förderland klar gegen eine politische Rolle der Opec aus.

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