Gleichstand mit dem US-Dollar
Kanadischer Dollar zeigt zunehmend Stärke

Der kanadische Dollar hat nach Ansicht von Analysten das Potenzial, nach dem Gleichstand mit dem US-Dollar noch weiter zuzulegen. Am Donnerstag hatte der kanadische „Loonie“ erstmals seit November 1976 die Parität mit dem „Greenback“ erreicht. Doch der rasche Anstieg des kanadischen Dollar birgt auch Risiken – vor allem für die Exportwirtschaft.

OTTAWA. Die Entwicklung der Rohstoffpreise und das Zinsgebaren der Notenbanken beider Länder wird die weitere Entwicklung des kan $ nach ihrer Einschätzung maßgeblich beeinflussen. „Bei so viel Stärke und so viel Schwung glaube ich nicht, dass Parität die Zahl ist, die ihn stoppt“, sagte Steve Butler, Fachmann für Wechselkurse bei Scotia Capital in Toronto. Auch Ted Carmichael von JP Morgan Canada erwartet eine Stärkung des kan $, die er mit Sorge betrachtet.

Er sieht Spielraum für einen Anstieg um weitere zwei bis fünf US-Cents, „falls die Bank of Canada nicht dämpfend eingreift“. Dale Orr von Global Insight Canada dagegen rechnet mit einem leichten Rückgang des Wechselkurses bis Jahresende. „Öl- und Rohstoffpreise sind die maßgeblichen Antriebskräfte. Diese Preise werden zurückgehen“, meint er und sieht den kanadischen Dollar in einigen Monaten eher bei 93 bis 95 US-Cents als über der Parität.

Im Februar 2002 war der Loonie – benannt nach dem auf der Dollar-Münze abgebildeten Vogel Seetaucher (Loon) – auf dem Tiefststand: 62 US-Cents. Am Donnerstag wurde das kanadische Geld in den USA 1:1 angenommen. Letztmals war der Loonie am 25. November 1976 so hoch gehandelt worden. Das war kurz nach dem ersten Sieg des separatistischen Parti Quebecois in Quebec und der wachsenden Sorge, Kanada könnte zerbrechen. Der Allzeit-Höchststand des kan $ liegt lange zurück: Am 21. August 1957 war er 1,06 US-Dollar wert.

Kanada ist ein rohstoffreiches Land, das Öl exportiert und Milliarden-Investitionen in die Ölsandfeldern Albertas erlebt. Daher stützen hohe Ölpreise seine Währung. Der kan $ wird folglich manchmal als „Petro-Dollar“ bezeichnet. Hinzu kommen gute finanzpolitische Daten wie Haushaltsüberschuss und niedrige Inflationsrate. Durch die Übernahme kanadischer Rohstoffunternehmen durch das Ausland fließt Geld nach Kanada.

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