Globalisierung konkret
Chinas Hunger nach Kupfer füllt Chiles Kasse

Asiens Aufschwung begünstigt die rohstoffreichen Länder. Die Industrieländer leiden unter dieser Entwicklung, Globalisierung wird zum Angstfaktor.

HB SANTIAGO DE CHILE. Der Arbeitsplatz von Roberto Diaz liegt tief im Innern eines 2 000 Meter hohen Berges. Im Herzen von El Teniente, der größten Untertage-Kupfermine Welt, sitzt der Ingenieur in einem düsteren Raum inmitten von flirrenden Computerbildschirmen. Vordergründig überwacht Diaz die ferngesteuerten Züge, die das Erz aus dem Berg heraus transportieren. Doch dabei hat der Ingenieur ein höheres Ziel vor Augen: „Wir helfen dabei, jeden Tag eine Familie aus der Armut zu befreien.“

Dass dies gelingt, verdanken die Chilenen der Globalisierung: Chinas wirtschaftlicher Aufschwung hebt die globale Nachfrage nach Rohstoffen auf ungeahnte Höhen, treibt den Kupferpreis und füllt die Staatskasse. Codelco allein, die staatliche Mutter von El Teniente und weltweit der größte Kupferhersteller, stellte im vergangenen Jahr 15 Prozent der chilenischen Staatseinnahmen. Dagegen leidet auf der anderen Seite des Atlantiks die Norddeutschen Affinerie, unter Pekings Nachfragemacht. Hohe Rohstoffpreise und Chinas Billigproduktion nagen an der Konkurrenzfähigkeit der Hamburger und zwingen sie zur Spezialisierung ihrer Kupferprodukte.

Zurück nach Chile: Immer mehr Technologie und immer weniger Arbeiter, immer billiger und immer schneller, lautet hier die Devise des Kupferbergbaus. Das gilt heute mehr denn je, Kupfer ist knapp und begehrt. Die in den Metallbörsen in London, New York und Shanghai registrierten Vorräte sind auf einem historischen Tiefstand angelangt. Entsprechend klettert der Weltmarktpreis Feinkupfer auf immer neue Höchststände. In den letzten drei Jahren hat er sich nahezu verdreifacht. Schon ist die Rede von einem „Superzyklus“, wie ihn die Branche zuletzt in den 60er Jahren erlebte.

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