Gold als Alternative Die AfD kauft Gold – zurecht?

Der Goldpreis stürzte im vergangenen Jahr ab, dieses Jahr geht es kaum voran. Spekulanten steigen auf der Suche nach mehr Rendite aus. Was motiviert Goldfans wie die AfD, jetzt beim Edelmetall einzusteigen?
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Goldbarren unterschiedlicher Größe: Ist Gold jetzt eine gute Alternative? Quelle: dpa

Goldbarren unterschiedlicher Größe: Ist Gold jetzt eine gute Alternative?

(Foto: dpa)

New YorkDie Alternative für Deutschland hat mit ihrem Einstieg in den Goldhandel für viel Wirbel gesorgt. Parteichef Bernd Lucke machte zuletzt in der Talkshow „Hart aber fair“ unverhohlen Werbung für das Edelmetall - und erntete dafür viel Kritik. Wer einen Blick auf den Goldchart wirft und sich unter Marktexperten umhört, stellt sich indes fast zwangsläufig die Frage, ob der Münz- und Barrenkauf, den die rechtskonservativen D-Mark-Anhänger anbieten, derzeit eine gute Idee ist.

Nachdem der Goldpreis im letzten Jahr um mehr als 400 Dollar abgestürzt war, ging es 2014 zunächst wieder mühsam bergauf. Doch im Oktober büßte das Edelmetall seine Gewinne wieder ein und stand zuletzt bei etwa 1200 Dollar. Der kleine Bruder Silber geriet noch heftiger unter die Räder und fiel auf den tiefsten Stand seit März 2010. „Spekulanten steigen aus und schauen sich nach renditestärkeren Alternativen um“, sagt Analyst Jasper Lawler vom Handelshaus CMC Markets. Anders als viele Wertpapiere werfen Edelmetalle keine Zinsen ab.

Deshalb liegt ein Grund für die trüben Perspektiven beim Edelmetall in der Aussicht auf steigende Leitzinsen in den USA. Am Mittwoch beschloss die US-Notenbank Fed bereits, das milliardenschwere Anleihekaufprogramm zu beenden, mit dem sie die Konjunktur zwei Jahre lang gestützt hatte. Sollte die Wirtschaft ihre aktuelle Fitness behaupten, könnte auch die Zinspolitik bald gestrafft werden. „Die Fed dürfte die Zinsen früher anheben als allgemein erwartet, möglicherweise bereits im März“, sagt US-Chefökonom Paul Ashworth vom Analysehaus Capital Economics.

Steigende Leitzinsen - das bedeutet weniger billiges Geld und damit tendenziell weniger Inflationsgefahr. Gold verliert dadurch an Attraktivität, denn es ist besonders als Wertspeicher bei ausufernder Teuerung gefragt. Zudem wird das Edelmetall vorwiegend in Dollar gehandelt und verteuert sich entsprechend, wenn die US-Währung aufwertet. Genau das ist momentan der Fall. Weil Amerika wirtschaftlich besser in Form ist als beispielsweise die Eurozone, setzen die Finanzmärkte auf den Dollar statt auf den Euro.

Eine Hoffnung für Goldfans gibt es allerdings. Wenn der US-Notenbank der reibungslose Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik misslingt, könnte es zu Turbulenzen an den Märkten kommen, die das Edelmetall als Antikrisenwährung profitieren lassen. „Wir haben noch nie Erfahrungen mit einer vergleichbaren Situation gemacht“, sagte der ehemalige Fed-Chef Alan Greenspan am Mittwoch bei einer Veranstaltung der Denkfabrik Council of Foreign Relations in New York - und empfahl, sich mit Gold abzusichern.

Finanzberater empfehlen das Edelmetall wegen seiner hohen Schwankungsanfälligkeit ohnehin nur als Beimischung im Portfolio. Bei der AfD scheint der Goldverkauf unterdessen allen Widrigkeiten zum Trotz zumindest gut angelaufen zu sein. AfD-Sprecher Christian Lüth sagte Anfang Oktober, die Partei habe in den ersten 48 Stunden bereits Münzen und Barren für mehr als 210.000 Euro verkauft.

  • dpa
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25 Kommentare zu "Gold als Alternative: Die AfD kauft Gold – zurecht?"

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  • ..
    AFD--GOLDHANDEL
    ...............
    die wahlkampfkostenerstattung dient der
    parteienfananzierung und nicht der kapi-
    talanlage in welcher form auch immer.!!
    ..
    goldanlagen gehören zu den spekulativen
    anlagen und sollten von Parteien unter-
    lassen werden.
    ..

  • Gold wird nie wertlos werden und wird von jedem Anlageberater als Teil eines Portfolios empfohlen. Und wenn man damit noch die AfD unterstützen kann, macht man doch als AfD-Sympathisant nichts falsch!

  • @ Eugen Schmidt

    Gold hat inkl. der heutigen Stände in den letzten 12 Monaten 2% an Wert in Euro verloren. Das ist der Wert den Brüssel als Inflation für höchst akzeptabel hält.

    Auf 5 Jahressicht hat es allerdings 37% an Wert gewonnen. Und kein Banker konnte daran verdienen. Kein Politiker kann etwas besteuern oder umverteilen. Das ist für die Umverteilungselite nicht akzeptabel. Und daher lassen Sie ihre MSM gegen Gold hetzen.

  • Außerdem ist Gold ein Dorn im Auge jedes Staates. Niemand kann den privaten Goldmarkt kontrollieren.
    Den Leuten, die immer noch an die Heilwirkung der Geldschwemme glauben, ist eh nicht mehr zu helfen. Eine globale Währungsreform wird kommen, fragt sich nur wann! Dann wird in unserem ach so demokratischen Staat auch wieder der Spruch kommen "Gold gab ich für Eisen" - hoffe, dass ich dann schon weg sein werde, mein Gold sicherlich ;-)

  • Dem Post von Eugen Schmidt ist außer Zustimmung nichts hinzuzufügen.
    In diesem Sinne Hr.Schmidt: +1

  • @ Woldemar von Stechlin

    Mancher Ostdeutscher konnte locker 3 Währungsreformen erleben. Weitgehende Entwertung der Sparguthaben 1924 und 1948. Dass 1990 im Verhältnis 1,8:1 umgestellt wurde und DDR-Sparguthaben nicht zum Marktwert getauscht wurden war ein politische Entscheidung für die der Westen gezahlt hat.

  • Ich zahle auch keine Steuern auf Gold.
    Gold, Gold wurde schon seit Menschengedenken wert geschätzt. Allein das aufwendige Suchen und der massive Einsatz vom schweren Gerät rechtfertigen den heutigen Preis.

  • Auf jeden Fall besser als das bunte Papier der EZB, und bei dem neuen Schein hat auch noch Don Draghi unterschrieben. Wie verwerflich!

  • @ Nehal Devanowitch

    Tatsächlich empfehlen Goldbullen wie Rogers oder Faber das Vermögen zu mehr oder weniger gleichen Teilen in die 4 großen Asset-Klassen zu investieren.
    Gold. Immobilien und Landwirtschaft. Anleihen. Aktien.

    Es sind eher die Aktien-Propheten die bei Höchstkursen raten alles auf eine Karte zu setzen.

  • "Auf Grund der guten Wahlergebnisse
    stehen der AfD Mittel aus der staatlichen
    Teilfinanzierung der politischen
    Parteien zu. Diese Mittel erhalten
    wir aber nur dann im vollen Umfang,
    wenn wir in mindestens der gleichen
    Höhe Einnahmen nachweisen:"
    Es geht der AfD also lediglich um "Einnahmen" damit sie entsprechend ihrer Stimmengewinne staatliche Finanzunterstützung erhalten kann. Sie könnte auch T-Shirts für 100,00 € verkaufen. Ist es da nicht sympatischer den Leuten Gold anzubieten? Leute, das ist ein Gag, und dieser transportiert auch noch die Message dass sich die AfD für stabiles Geld einsetzt. Das ist natürlich zu kompliziert für bayrische Politiker. Aber für Journalisten des HB sollte das doch nachvollziehbar sein. Warum dann diese polemischen Artikel?

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