Gold als Anlage
Die beste Waffe gegen Schulden und Zinsschwankungen

Gold als Allheilmittel zu bezeichnen wäre falsch. Doch das Edelmetall ist ein wichtiger Bestandteil der Altersvorsorge, wenn man es richtig einsetzt. Eine Argumentation.
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Gold erwirtschaftet keine Erträge wie Aktien und es bringt auch keine Zinsen wie Anleihen. Ist das ein Argument gegen Gold als Anlage? Nein. Anleger sollten das Edelmetall in ihrer Altersvorsorge beimischen. Nur so können sie sich gegen eine Reihe von Risiken absichern.

Risiko Nummer eins: negativer Realzins. Die Notenbanken blasen die Geldmengen auf, um die Schuldenkrise der Industrieländer wie auch das schwächelnde Wachstum in den Griff zu bekommen. Diese Politik führt zu einer Inflationsrate, die über dem Sparzins liegt, was als „negativer Realzins“ bezeichnet wird. Geld, das auf Sparkonten oder in niedrig verzinsten Staatsanleihen steckt, verliert so Jahr für Jahr an Kaufkraft. Mit Gold können Anleger jedoch gegensteuern: Das Edelmetall, das in Dollar gehandelt wird, steigt im Wert, solange der Realzins negativ ist. Das zeigen viele historische Untersuchungen.

Risiko Nummer zwei: Schulden- und Währungskrisen. Die Schuldenkrise im Euro-Raum und die bisher unwirksamen Lösungsversuche der Politik untergraben zunehmend das Vertrauen in den Euro und machen Gold auch zum Schutz gegen unkalkulierbare oder auch politisch verursachte Systemrisiken – manchmal gibt es beides im Doppelpack. Das zeigte sich, als die Schuldensituation Italiens ins Visier der Finanzmärkte geriet und der Preis des Edelmetalls klar zulegte. Wer die historische Perspektive einnimmt, dürfte es ohnehin mit Voltaire halten, der sagte: „Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück – null.“

Freilich: In einer Krise, in der händeringend Liquidität gesucht wird, kann auch der Goldpreis unter Druck kommen. Das war etwa 2008 der Fall, wobei das Edelmetall weniger als andere Anlageklassen verlor. Aktuell ist Gold an einigen Tagen ebenfalls deutlich gefallen – aber nach einem Anstieg um bis zu 30 Prozent allein im Jahr 2011. Anleger, die mit Gold umsichtig ihre Kaufkraft absichern, muss das nicht schrecken. Denn ihr Portfolio enthält nicht weniger als zehn, aber auch nicht mehr als 20 Prozent Gold, am besten in physischer Form.

Stephan Albrech ist Vorstand der Vermögensverwaltung Albrech & Cie.

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