Gold auf höchstem Stand seit 1980
Rohstoffe auf Rekordständen

Das Gold hat die Hürde von 600 Dollar genommen und erreicht damit den höchsten Stand seit 1980. Hohe Zuflüsse von Anlagegeldern treiben die Edelmetallpreise auf Höchstniveau. Auch das Öl ist so teuer wie noch nie und nähert sich der 70 Dollar-Marke.

HB LONDON/DÜSSELDORF. Zum ersten Mal seit 1980 kostete die Feinunze Gold gestern wieder über 600 Dollar. Bereits im frühen Handel stieg der Goldpreis bis auf 604 Dollar; Gewinnmitnahmen bremsten dann einen weiteren Anstieg. Das Edelmetall hat damit allein in den vergangenen zwölf Monaten auf Dollarbasis über 40 Prozent zugelegt. Noch stärker profitierten die Investoren im Euro-Raum; auf Euro-Basis ist der Preis um fast 50 Prozent gestiegen. Und die Spitze des Anstiegs ist Experten zufolge noch nicht erreicht. Am heutigen Dienstagmorgen steht das Edelmetall bei 595,80 Dollar.

„Kein aufmerksamer Anleger kann es sich erlauben, den Strom des Geldes, der gegenwärtig in den Goldmarkt fließt, zu ignorieren“, meint Philip Klapwijk, der Chef der unabhängigen Londoner Branchenexperten GFMS. „Wir halten weitere kräftige Preissteigerungen für die nächsten zwei Jahre für wahrscheinlich.“ Über diesen Zeitraum hinweg könnte laut Klapwijk selbst der historische Höchststand von 850 Dollar erreicht werden. 1980 hatte die Mexikokrise den Goldpreis hoch katapultiert.

Laut GFMS treibt gleich ein halbes Dutzend Faktoren den Goldpreis. Ausgangspunkt der aktuellen Hausse war der steile Anstieg der Energiepreise nach dem verheerenden Hurrikan „Katrina“. Damals wie heute schürten die rekordhohen Ölpreise Inflationssorgen. Das Edelmetall gilt seit jeher als Schutz vor einer möglichen Geldentwertung. Und der „sichere Hafen“ gewinnt mit Blick auf eine mögliche Eskalation im Atomstreit mit Iran an Bedeutung. Zudem könnte es als Zuflucht für eine möglicherweise stärkere Abwertung des Dollars dienen.

Laut Ingrid Sternby von Barclays Capital sind die Haussepositionen an den Terminmärkten in New York binnen Monatsfrist um etwa 38 Prozent gestiegen und haben den höchsten Stand seit Jahresbeginn erreicht. Die Barclays-Expertin begründet den Anstieg auf über 600 Dollar vor allem mit der wachsenden Angst vor einem Militärschlag der USA gegen Iran. Ihr Kollege und Anlagechef Gary Dugan hält deshalb einen weiteren Preisanstieg um 25 bis 30 Dollar für möglich. Die Schweizer Bank UBS hatte kurz vor dem Bruch der 600-Dollar-Marke einen Anstieg des Goldpreises auf 630 Dollar je Unze binnen drei Monaten vorausgesagt.

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