Gold
Inflationsängste treiben den Preis weiter an

Die Inflationsängste, ein schwacher Dollar und steigende Goldkäufe durch die Notenbanken in einigen Schwellenländern - das Umfeld für Gold könnte gegenwärtig kaum besser sein. Kein Wunder, dass der Goldpreis von einem Hoch zum nächsten eilt.
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KAPSTADT. Der Goldpreis hat am Donnerstag eine weitere Höchstmarke erreicht. Am Morgen kletterte er bis auf 1 226 Dollar je Feinunze. Eine ganz wichtige Erklärung für den rasanten Anstieg des Goldpreises liefert der Devisenmarkt: So sichern sich Finanzinvestoren gerne mit Gold gegen Verluste beim US-Dollar ab. Dies erklärt auch, weshalb sich Gold und Greenback traditionell in unterschiedliche Richtungen bewegen.

Ein weiterer Grund für den starken Anstieg des Preises findet sich in dem überraschenden Goldkauf der indischen Zentralbank vor vier Wochen. Damals wurde bekannt, dass Indiens Zentralbank dem Internationalen Währungsfonds (IWF) 200 Tonnen aus seinem Goldschatz abnehmen würde.

Gold statt Dollar

Vor allem in einigen wichtigen Schwellenländern, aber auch in den Ölstaaten im Mittleren Osten erfreut sich Gold inzwischen wieder wachsender Beliebtheit. So gibt es in Russland und China offenbar Bestrebungen, den Dollar als Leitwährung durch einen Währungskorb abzulösen, in dem auch Gold eine größere Rolle als bisher spielen würde. Nach eigenen Angaben wollen die Russen den Goldanteil an ihren Währungsreserven langfristig sogar auf zehn Prozent erhöhen. Gegenwärtig liegt er nur bei vier Prozent.

Forciert wird die Neuausrichtung noch dadurch, dass Gold angesichts der zuletzt von den Zentralbanken in den Markt gepumpten Geldmengen bei Anlegern eine neue Wertschätzung erfährt. Immer mehr Investoren haben Angst vor rasant steigenden Inflationsraten als Resultat der Geldschwemme. Den Zentralbanken wird jedenfalls nicht zugetraut, die Volkswirtschaften zu stabilisieren, ohne dabei die Preisstabilität zu gefährden. "Fallen die Zentralbanken als Kontrollinstanz aus, erhalten die Edelmetalle wieder ihr Mandat als Inflationsschutz", sagt Christoph Buchmann von Incentive Asset Management.

Wolfgang Drechsler
Wolfgang Drechsler
Handelsblatt / Korrespondent

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