Gold: Keine Zinsen, keine Dividenden, wenig Kurschancen

Gold
Keine Zinsen, keine Dividenden, wenig Kurschancen

Oft als sicherer Hafen gepriesen hat Gold als Anlageklasse ein Imageproblem. Experten trauen dem gelben Edelmetall nicht mehr allzu viel zu. Goldfans dürfen aber zumindest hoffen.
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DüsseldorfEs gibt Regeln an der Börse, die sind scheinbar unumstößlich: Gold ist ein sicherer Hafen, lautet eine davon. In jeder Krise setzen Anleger auf Gold und der Preis für das gelbe Edelmetall steigt. Die ersten beiden Monate des Jahres hätten also ein dickes Plus bringen müssen. Der Krieg in der Ukraine, der Terroranschlag von Paris, die nicht enden wollende Schuldenkrise in Griechenland – all das hätte Anleger eigentlich in Gold treiben müssen.
Kurzfristig stieg die Notierung auch über die Marke von 1300 US-Dollar je Feinunze (rund 31 Gramm). Doch allen ungelösten Krisen zum Trotz, kostet die Feinunze mittlerweile wieder nur noch etwa 1200 Dollar. „Der Goldpreis unterliegt starken Schwankungen und schützt nur in Ausnahmefällen vor fallenden Aktien- oder Rentennotierungen“, sagt Maximilian Uleer, Portfoliomanager bei Sal. Oppenheim. „Ich sehe Gold daher nicht als sicheren Hafen.“

Das war lange Jahre anders. In jüngster Vergangenheit gab es nach Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 einen Hype um Gold, der sich aber nach einiger Zeit wieder gelegt hat. Von seinem Hoch bei 1780 US-Dollar im Oktober 2012 ist Gold weit entfernt. Und gemessen an der Volatilität der vergangenen Jahre ist Gold für Experten wie Markus Weis von Goldman Sachs Asset Management auch eher Reserve-Währungen ähnlich. „Der sichere Hafen, den alle suchen, ist es also nicht“, so Weis. Auch Uleer sieht Gold eher als eine Art Ersatzwährung, an der das Interesse bis zu einer Normalisierung der weltweiten Geldpolitik fortbestehen werde. „Denn während sich die USA einer Normalisierung annähert, tritt die EZB weiter aufs geldpolitische Gaspedal“, ergänzt er.

Die Politik der Notenbanken hat in den vergangenen Monaten auch die Entwicklung des Goldpreises stark beeinflusst. Die angekündigte Zinswende in den USA dürfte den Goldpreis weiter belasten. Denn Gold bringt keine Zinsen und verliert damit im Vergleich zu anderen Anlageklassen weiter an Attraktivität. Auch von Inflation – ein weiterer Grund für Gold-Investments – ist derzeit weit und breit nichts zu sehen. Und auch der wieder stärkere Dollar belastet. Viel spricht also aktuell nicht für ein Gold-Investment. „Das Fehlen von Inflation, aufkommende Finanzstabilität in Europa und robuste Wirtschaftsdynamik in den USA sind alles Faktoren, die auf den Goldpreis drücken“, fasst es ein aktueller Bericht von Morgan Stanley zusammen.

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  • "Die Politik der Notenbanken hat in den vergangenen Monaten auch die Entwicklung des Goldpreises stark beeinflusst. "

    Tja, Gold ist Teufelszeug für die Herrschaften, es ist und bleibt überall auf der Welt Geld und das
    ist gar nicht gut für die Falschgeld-Schöpfer wie EZB und FED.


  • ... Die Deutsche Sicht der Welt und die asiatische Sicht der Schuldenwelt.

    Vergleich ich Unvermögen und Dummheit.... bleibt nur eine Option.

    Obiger Artikel bestätigt gewisse Vorurteile. Einfach geschreiben das Zeugs..

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