„Gold mag schlechte Nachrichten“
Gold so teuer wie seit 25 Jahren nicht mehr

Der hohe Ölpreis, ein zur schwäche neigender Dollar und die Spannungen im Nahen Osten haben den Goldpreis weit über die Marke von 600 Dollar je Feinunze getrieben. Mit einem Preis von in der Spitze 618 Dollar in Fernost erreichte das Edelmetall am Dienstag ein neues 25-Jahre-Hoch.

HB LONDON/ZÜRICH. „Gold ist heutzutage gross in Mode. Viele Anleger kaufen, weil der Preis gestiegen ist und nicht weil sie noch weitere Preissteigerungen erwarten“, charakterisierte ein Experte bei SG Corpoarte and Investment Bank die fiebrige Gold-Hausse.

Gold galt schon immer als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten und mit einem Ölpreis von mehr als 70 Dollar hat die Unsicherheit für viele Anleger ein hohes Niveau erreicht. „Gold mag schlechte Nachrichten“, so der SG-Experte. Eine möglicherweise ernsthafte Konfrontation zwischen den USA und dem Iran in der Atomfrage sei zwar nicht gut für die Weltwirtschaft, aber eben gut für Gold.

Da Gold hauptsächlich in Dollar gehandelt wird, steigt der Goldpreis oft, wenn sich der Dollar abschwächt. Diese negative Korrelation gilt zwar nicht durchgängig, dennoch versuchen Anleger und Fonds, sich mit Gold gegen einen sinkenden Dollarkurs abzusichern.

Auch fundamentale Faktoren unterstützen Gold, obwohl nach Ansicht von Experten fraglich ist, ob diese das gegenwärtige Preisniveau rechtfertigen. Aber, so JPMorgan in einem Marktkommentar, die Notenbanken erhöhen ihre Goldverkäufe nicht mehr im gleichen Tempo wie früher und die Zufuhr an neuem Metall aus den Goldminen wächst kaum mehr. „Und um diese begrenzte Anzahl Tonnen konkurrieren Schmuckhersteller, industrielle Verbraucher, direkte Gold-Investoren und solche, die über Zertifikate indirekt in Gold investieren“, so die JPMorgan-Marktanalysten.

Probleme bereitet der hohe Goldpreis den Schmuckherstellern. Doch in Indien, einem der grössten Abnehmerländer für physisches Gold, signalisieren die Sterne einem Banker zufolge günstige Tage für Hochzeiten und die Goldhändler decken sich ungeachtet der hohen Preise für die erwartete Nachfrage ein. Zudem, so JPMorgan, dürften sich die Superreichen in Fernost rasch an den höheren Preis gewöhnen. Das sei schon so gewesen als der Platinpreis die Marke von 1 000 Dollar pro Feinunze durchbrochen habe und Platin-Schmuck entsprechend teurer geworden sei.

Vor diesem Hintergrund lauten die Goldpreisprognose auf 625 oder gar 650 Dollar je Feinunze. Allerdings müsse mit starken Schwankungen gerechnet werden, so Marktexperten. Mit dem Goldpreis stiegen am Dienstag auch die Aktie der Goldproduzenten. Im europäischen Handel stieg die Aktie der der südafrikanischen Gold Fields um sechs Prozent. Barrick Gold kamen auf ein Kursplus von gut vier Prozent. Die Aktie der australischen Lihir Gold gewannen fünf Prozent.

Am frühen Dienstagnachmittag notierte Gold im europäischen Handel bei 617 Dollar nach 614 Dollar je Feinunze zum Montagsschluss in New York. Vor Ostern war das gelbe Metall bei 593 Dollar aus dem europäischen Markt gegangen. Platin notierte um 1 100 Dollar je Feinunze.

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