Gold profitiert von Unsicherheiten
Anleger ziehen Geld aus Rohstoffen ab

Die mit dem Kursverfall an den weltweiten Aktienmärkten steigende Nervosität der Anleger hat zu Wochenbeginn die Rohstoffnotierungen weiter unter Druck gesetzt. Der Preis für Rohöl fiel am Terminmarkt unter 61 Dollar, auch aus Gold, Kupfer und vielen anderen Industriemetallen zogen die Investoren Geld ab, um ihre Verluste bei den Aktien aufzufangen.

HB FRANKFURT. „Viele Anleger hatten gehofft, dass sich die Lage an den Märkten nach einer schlimmen Woche nun wieder entspannt. Sie sind enttäuscht worden, und ihre Nervosität ist daher noch weiter gestiegen“, sagte ein Rohstoffanalyst in Hongkong. Der Preis für einen Barrel (159 Liter) der US-Leichtölsorte WTI fiel um bis zu zwei Prozent auf 60,46 Dollar. Öl der Nordseesorte Brent kostete bisweilen mit 60,79 Dollar ebenfalls zwei Prozent weniger als am Vortag. Händler nannten den Höhenflug des Yen als Auslöser für die Kursbewegung, der Spekulanten dazu veranlasst habe immer mehr Yen nachzukaufen und früher eingegangene Positionen zu Lasten der japanischen Währung aufzulösen.

Der massive Rückgang der Notierungen an den Aktienmärkten hatte den Ölmarkt in der Vorwoche weitgehend kalt gelassen. Mittlerweile aber fürchten Investoren vermehrt, dass die Konjunktur in China und den USA doch ins Stocken geraten könnte und dass damit die Nachfrage der beiden größten Öl-Konsumenten der Welt nachlassen könnte.

Die Preise für Industriemetalle wie Kupfer, Zink, Alumnium, Nickel und Blei gaben am Montag im Mittel um rund drei Prozent nach. Eine Tonne Kupfer wechselte an der Londoner Metallbörse LME am frühen Nachmittag für 5 830 Dollar je Tonne den Besitzer. Am Freitag hatte Kupfer noch mehr als 6 000 Dollar gekostet.

Gold konnte erneut nicht von der Unsicherheit der Anleger profitieren und fiel um knapp ein Prozent auf 636,60 Dollar je Feinunze. Der rasante Anstieg des Goldpreises im vergangenen Jahr auf bis zu 730 Dollar war vor allem auf japanische Investoren zurückzuführen, die wegen der Aufwertung ihrer Währung und der damit einhergehenden Turbulenzen an den Finanzmärkten nun gezwungen sind, das gelbe Edelmetall wieder zu verkaufen.

Der Reuters-Rohstoffindex fiel zu Wochenbeginn um 0,1 Prozent auf 309,77 Punkte.

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