Gold vs. Bitcoin

Was ist die bessere Krisenwährung?

Gold gilt als Versicherung gegen Krisen aller Art. Doch das Edelmetall hat Konkurrenz aus dem Internet bekommen. Bitcoin soll das bessere Gold sein. Wir lassen zwei Experten gegeneinander antreten – ein Schlagabtausch.
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Bitcoin gegen Gold: Beide „Währungen“ können auf eine eingeschworene Fangemeinde zählen. Quelle: Getty Images

Bitcoin gegen Gold: Beide „Währungen“ können auf eine eingeschworene Fangemeinde zählen.

(Foto: Getty Images)

DüsseldorfGold gilt als Krisenwährung Nummer eins. Es wird seit Jahrtausenden genutzt. Wer den Weltuntergang fürchtet, legt sein Geld in Goldbarren oder -münzen an. Doch das Edelmetall hat neuerdings Konkurrenz bekommen: Bitcoin, eine Cyberwährung aus dem Internet. Die Anhänger dieser neuen Währung sagen, dass Bitcoin das bessere Gold ist.

Wir lassen zwei Experten gegeneinander antreten, die erklären, warum sie entweder auf Gold oder auf Bitcoin setzen. Der eine, Martin Siegel, ist Geschäftsführer der Goldhandelsfirma Westgold aus Bad Salzuflen. Er verwaltet außerdem mehrere Fonds mit Goldaktien. Der andere, Oliver Flaskämper, ist Geschäftsführer von Bitcoin.de, dem größten deutschen Online-Marktplatz für Bitcoin mit Sitz in Herford.

Doch vor dem Schlagabtausch der Fachleute, die rein zufällig beide aus Ostwestfalen stammen, verschaffen wir uns erst einmal einen Überblick: Zunächst scheinen Gold und Bitcoin wenig gemein zu haben. Gold wird tief aus der Erde geholt, mühsam vom Gestein getrennt, eingeschmolzen, in Barren gegossen, in Form von Münzen geprägt, zu Schmuck verarbeitet. Das Wichtigste: Gold ist physisch vorhanden, man kann es anfassen.

Bitcoin existieren in einer virtuellen Welt. Sie werden in aufwändigen Verfahren von Computern berechnet. Es handelt sich um verschlüsselte Datenpakete, gekennzeichnet durch Zahlen und Buchstaben. Es gibt Bitcoin erst seit dem Jahr 2009, erfunden von einem Programmierer, dessen Identität bis heute nicht ganz geklärt ist. Im Internet erfreut sich die virtuelle Währung stetig wachsender Beliebtheit. Der Kurs stieg so rasant, dass ein Bitcoin Ende des vergangenen Jahres für kurze Zeit mehr wert war als eine Feinunze Gold. Kein Wunder also, dass Bitcoin auch schon als Gold für Computernerds bezeichnet wurden. Die einen nutzen Bitcoin als Zahlungsmittel – einige wenige Onlineshops akzeptieren sie bereits. Andere sehen darin ein Versprechen auf eine bessere Zukunft.

Womit wir bei den Gemeinsamkeiten wären: Die eingeschworene Fans von Gold und Bitcoin teilen denselben Grundgedanken. Sie sind davon überzeugt, dass man das Geldmonopol nicht Staaten überlassen, sondern selbst in die Hand nehmen sollte. Sie wollen eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung. Nur welche ist die bessere? Wir fragen nach bei unseren Experten.

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20 Kommentare zu "Gold vs. Bitcoin : Was ist die bessere Krisenwährung?"

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  • Weiss nicht, was es da nicht zu verstehen gibt. Sie können Gern einen "KaffeesatzCoin" machen. Ihr Problem ist, dass ihnen dafür niemand etwas gibt. Vielleicht Euro oder Dollar, aber bestimmt nichts wertvolles wie Bitcoin, Silber oder Gold.

  • "Ist egal. Wieviele Metalle gibt es? Interessiert das jemanden? Beeinflusste die Entdeckung der Transurane den Goldpreis? Same same, but different."

    Verwirrt?

    You made my day.

  • > Sie gehen nicht auf das Argument ein dass BitCoins zwar in der Anzahl begrenzt sind aber Cryptowährungen unbegrenzt oft erschaffen werden können. wie viele Cryptowährungen gibt es denn inzwischen? 60? 80? 100?

    Ist egal. Wieviele Metalle gibt es? Interessiert das jemanden? Beeinflusste die Entdeckung der Transurane den Goldpreis? Same same, but different.

    > Und wieso sollte ein Staat der immer mehr Kontrolle über den Datenverkehr haben will Probleme haben Cryptowährungen auszuschalten? Kann man die Transaktionen etwa nicht identifizieren und den Absender-IP-Adressen zuordnen?

    Das ginge nur mit einer lückenlosen Kontrolle aller IP Packete inklusive genauem Timing. Und weitgehende Kontrolle des TOR Netzwerks. Wenn wir erstmal so weit sind, haben wir andere Probleme als Gold und Bitcoin. Dann haben wir vermutlich Localizer im Haus und Ihre Bitcoin TX wird registriert, wenn sie sie in ihren Rechner eingeben.

  • @ anu

    Es gibt keine Gegenpartei im klassischen Sinn. Jedoch theoretisch unendlich viele Konkurrenten. Und wenn die großen Anbieter einsteigen und GoogleCoins usw. emittieren wird es eng für BitCoin.

    Bei Gold hat jemand gearbeitet der etwas in dieser Welt kaum kopierbares produziert hat. Neue Cryptowährungen kann Ihnen die NSA millionenfach an einem Tag produzieren.

  • @ anu

    Sie gehen nicht auf das Argument ein dass BitCoins zwar in der Anzahl begrenzt sind aber Cryptowährungen unbegrenzt oft erschaffen werden können. wie viele Cryptowährungen gibt es denn inzwischen? 60? 80? 100?

    Und wieso sollte ein Staat der immer mehr Kontrolle über den Datenverkehr haben will Probleme haben Cryptowährungen auszuschalten? Kann man die Transaktionen etwa nicht identifizieren und den Absender-IP-Adressen zuordnen?

  • Das Schuldgeldsystem der int. Bankster ist ein Selbstmordprogramm auf allen Ebenen.
    Doch die Kritik daran ist ebenso tabu wie seinerzeit den Sozialismus in Frage zu stellen.

    Standhaft weigern sich Experten und Politiker, die wahre Ursache der Krise zu erkennen – an deren Ende zwangsläufig der totale gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Kollaps programmiert ist. Die Vorboten dieses Zerfalls sind bereits überall spürbar.

    Diese sich verschlimmernden Krisen werden von einem dysfunktionalen Geldsystem forciert.
    Ein wichtiger Grund, warum es immer schwieriger wird, diese Krisen zu beheben, beruht auf einem fundamentalen Konstruktionsfehler in unserem Wirtschaftssystem, nämlich der Art und Weise wie Geld geschaffen wird!

    Für einen nachhaltigen Kapitalismus ist es darum zwingend erforderlich, dass wir ein nachhaltiges Geldsystem erschaffen.

    Die Geldschöpfung erscheint für die Meisten wie ein Mysterium und wird bisher nur von Wenigen wirklich verstanden.

    Nach Aussen erscheint es so, als ob die Bankster die Einlagen anderer gegen eine Marge verleihen. In Wirklichkeit wird aber bei jedem Kredit neues aus dem Nichts Geld geschaffen!

    Lösung: 1. Das aktuelle Schuldgeldsystem ( Problem ) verstehen!

    Wie?

    Als erstes "Goldschmied Fabian" gucken.
    Dann Prof. Bernd Senf "Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise", Andreas Popp "Danistakratie" und Mario Fleischmann "Das Zwangsgeldsystem".
    Wenn man es dann verstanden hat, findet man noch unzähliges im www dazu.

    Sollten wir uns nicht fragen, ob es nicht an der Zeit ist, ein neues Geldsystem einzuführen?

    Ein Geldsystem ohne Zwang zu immer mehr Wachstum?

    Oder die Erdlinge können sich bald ein neues Zuhause suchen, nachdem sie ihren eigenen Planeten zerstört haben!

  • Das Gold um Semmeln zu kaufen, heißt Silber.

  • Wenn den tatsächlich der Tag kommt, wo ich eine Semmel mit Gold bezahlen müsste, werde ich mir mit 100% Sicherhet keine Semmel kaufen, wenn überhaupt einen Sack Weizen, oder Mehl um Brot zu backen.
    Wenn ich dann tatsächlich unbedingt ein Semmel haben muss, würde ich es wahrscheinlich tauschen...gegen Dienstleistung, oder z.B. 2 Tomaten...

  • > Der einzige Weg um durch Gold Zinsen einzustreichen ist es, für eine gewisse Zeit, zu verleihen

    Das ist das grundsätzliche Missverständnis! Man hat Gold um nicht arm zu werden. Nicht um reich zu werden.

    > Konsequenz: Der Goldpreis wird ins Unermessliche steigen

    Komisch - ich dachte immer der Goldpreis sei nicht volatil???

    > Bei Bitcoins handelt es sich auch nur um ein Versprechen

    Wer ist denn die Gegenpartei?

  • Wir leben in einer Zeit wo nur noch Verpflichtungen verkauft oder Rechte erworben werden. Jeder Terminkontrakt ist eine Wette zwischen zwei Beteiligten in der der eine sich ein Recht einkauft und der Andere eine Verpflichtung verkauft. Nun wie sieht es mit dem Gold aus? Gold alleine bringt keine Zinsen. Nur der Kursanstieg kann zu Gewinnen führen wie aber auch zu Verlusten bei Kurseinbrüchen.
    Der einzige Weg um durch Gold Zinsen einzustreichen ist es, für eine gewisse Zeit, zu verleihen.
    Und dies scheint, in dieser Zeit der ewigen Gier, auch mit den größten Goldreserven der Staaten passiert zu sein. Das Problem; diejenigen, die sich das Gold geliehen haben und dafür Leihgebühren zahlen, haben das geliehene Gold, um wiederum damit Gewinn zu machen, verkauft. Größtenteils nach Indien und China.
    Nun was passiert aber wenn das geliehene Gold zurück erstattet werden muss? Die Goldpächter können es nicht zurück erstatten da sie es ja verkauft haben. Um nicht vertragsbrüchig zu werden müssen sie versuchen es zurück zu erswerben. Nur wird dann keiner ihnen diese Goldmengen verkaufen.
    Konsequenz: Der Goldpreis wird ins Unermessliche steigen (zumal die Pächter das Gold, bei geringem Angebot, zurück kaufen müssen), viele wenn nicht alle Goldpächter werde pleite gehen und die eigentlichen Goldbesitzer, die Staaten, die das Gold verliehen haben wie z.B. USA, werden nicht übersehbare Abschreibungen vornehmen müssen, die die gesamte Weltfinanz in den Abgrund reißen wird. Vergleichbar ist dies, in der jüngeren Geschichte, mit dem Kreditversicherer AIG, der in seiner unendlichen Gier, Unsummen von faulen Krediten, für die er natürlich satte Prämien kassiert hat, versichert hat, ohne diese Kredite, bei Ausfall, decken zu können. Es passierte was passieren musste; bei der ersten Finanzkrise 2008 platzten reihenweise, zumeist Immobilien, faule Kredite und AIG musste vom USA Staat mit über 100 Milliarden $ gerettet werden.
    Bei Bitcoins handelt es sich auch nur um ein Versprechen

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