Goldgeschäfte der Hedge-Fonds: Auf den Spuren der schwersten Goldjungs

Goldgeschäfte der Hedge-FondsAuf den Spuren der schwersten Goldjungs

Um ihren Reichtum zu verteidigen, haben Hedge-Fonds-Manager Gold gekauft. In London stehen jetzt Banken unter Verdacht, den Goldpreis manipuliert zu haben. Erklärt das den Rückzug der Superspekulanten aus Goldfonds?
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Zuletzt lief es zwar gegen ihn, aber Starinvestor John Paulson liebt sie weiter: konzentrierte Wetten. Mit solchen auf den Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes hat er Milliarden gemacht. Um diesen Reichtum zu verteidigen, konzentrierte er sich anschließend vor allem auf Gold. Mehr als die Hälfte seines privaten Vermögens, das auf gut elf Milliarden Dollar taxiert wird, habe er in Goldanlagen investiert, bekundet Paulson. Auch seine Investmentfirma Paulson & Co., die 18 Milliarden Dollar für Investoren verwaltet, fährt die höchste Goldquote im Hedge-Fonds-Universum.

In einem eigens aufgelegten Gold-Hedge-Fonds verwaltet Paulson knapp eine Milliarde Dollar, die Hälfte ist sein eigenes Geld. Mit 21,8 Millionen Anteilen war Paulson & Co. Ende 2012 auch der mit weitem Abstand größte Investor des SPDR Gold Trust, des weltweit größten börsengehandelten Goldfonds. Die Anteile verbriefen einen Anspruch auf 2,18 Millionen Unzen Gold im Wert von aktuell 3,5 Milliarden Dollar.

Seit Jahresanfang schrumpfen die Goldbestände der börsennotierten Goldfonds. Aus dem SPDR Gold Trust zogen Investoren Anteile im Volumen von 3,7 Millionen Unzen ab. Die Bestände aller bekannten Goldfonds schmolzen um 5,2 Millionen Unzen auf zuletzt 79,6 Millionen Unzen zusammen. Beschleunigt hat sich die Rückgabewelle Mitte Februar. Es war der Monat mit den stärksten Abflüssen seit Auflage dieser Produkte vor zehn Jahren. Wer hinter den Verkäufen steht, ob gar Paulson dabei war, lässt sich nicht sagen – zumindest noch nicht.

Hedge-Fonds-Manager reden nicht über ihre Geschäfte. Doch auch Hedge-Fonds müssen, wenn sie mehr als 100 Millionen Dollar in Aktien investiert haben, ihre an US-Börsen gelisteten Papiere jedes Quartal in einem sogenannten 13-F-Report an die US-Börsenaufsicht SEC melden – auch ihre Positionen an dem in New York gelisteten Goldfonds. Allerdings haben sie dazu nach Ablauf eine Quartals bis zu 45 Tage Zeit. Zahlen gibt es also erst Mitte Mai.

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  • "Im Großraum London befinden sich zahlreiche wie Festungen gesicherte Lagerhäuser, in denen das gelbe Edelmetall gelagert wird, auch das Gold der meisten Goldfonds. Wo – das ist streng geheim."

    Geheim heißt nichts zwangsläufig unbekannt, wie zerohedge vor gut einem Monat unter Beweis gestellt hat: http://www.zerohedge.com/news/2013-02-16/where-secret-jp-morgan-london-gold-vault-located


  • Oh, interessanter, erneut lancierter Bericht im HB ( Kampagne laueft gerade in der europ. Finanzpresse ).

    Hedgefond Paulson manipulierte den Londoner Goldkurs wohl kaum, eher drei der Öffentlichkeit bekannte Fixingbanken.

    Paulson wird bischen weichgeschossen, so paar Insider, es gilt noch günstiger einzusteigen. Man deckt sich ja schon in Minenaktien etc ein.
    Der "Krampf" zwischen Notenbanken und Investoren hält zwar an, am Ende , wenn die Papierblase platzt und bewaffnete Transporter durch Europa/USA regelmässig Bewegungsfahrten üben, gilt die harte Ware.
    Wischi-Waschiberichte häufen sich. Zeitgleich zur Zypernkrise wirken sie eher unglaubwürdig bis dümmlich.

  • Leute, die mit Wetten, ihr Geld verdienen sollte man einfach enteignen. Wenn allein bei Soros schon 19,2 Milliarden USD Privatvermögen zu holen sind dann kommt recht schnell ein hübsches Sümmchen zusammen, mit dem man viele Schulden tilgen kann. Onkel Kurt
    P.S.: Ich bin übrigens kein Linker, sondern Konservativer, den es nur noch ankotzt, was "die Märkte" aus unserer schönen Welt gemacht haben

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