Goldjahr 2011 Erst Rekordjagd, dann ein empfindlicher Dämpfer

Verängstigte Investoren sind in diesem Jahr scharenweise in sichere Anlagehäfen geflohen. Es war ein Rekordjahr für Gold, das zeitweise so viel wie noch nie kostete. Am Ende ging es aber wieder deutlich abwärts.
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Gold stand bei vielen Investoren ganz oben auf den Kaufzetteln. Quelle: dpa

Gold stand bei vielen Investoren ganz oben auf den Kaufzetteln.

(Foto: dpa)

FrankfurtAn den Finanzmärkten herrschte 2011 mehr als einmal die nackte Panik und Anleger stürmten in vermeintlich sichere Anlagehäfen. Vor allem Gold stand bei vielen verängstigten Investoren ganz oben auf den Kaufzetteln. Im Spätsommer erreichte die Flucht in das gelbe Edelmetall den vorläufigen Höhepunkt. Anfang September kostete die Feinunze (etwa 31 Gramm) 1920 Dollar und damit so viel wie noch nie. Dann folgte im Herbst das vorläufige Ende einer beispiellosen Rekordjagd. Aktuell kostet eine Feinunze 1595 Dollar. Auch wenn der Goldpreis kräftig zurückfiel, zeigt sich Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank überzeugt: „Der Goldpreis kommt wieder.“

Über weite Strecken des Jahres sahen Experten die Furcht vor einer hohen Inflation als stärkste Antriebsfeder für den Goldpreis. Die Sorge einer schleichenden Entwertung der Ersparnisse habe Investoren zeitweise in Scharen in die vermeintlich risikoarme Anlageform Gold getrieben.

Zudem ließ die Schuldenkrise in der Eurozone die Anleger ähnlich wie nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers vor drei Jahren erneut in den Abgrund blicken. Bis zum September waren Investoren fieberhaft auf der Suche nach „sicheren Häfen“ für ihr Geld.

Dann folgte seit September eine Schwächephase und der Goldpreise fiel zurück bis an die Marke von 1600 Dollar. Fachleute sehen die Ursache unter anderem in der angespannten Lage vieler großer Investoren im Zuge der Euro-Schuldenkrise. „Zuletzt suchten die Investoren Liquidität“, erklärte Experte Weinberg den Preisrutsch. Dennoch: Das Edelmetall bescherte den Besitzern über die vergangenen fünf Jahren eine stolze Rendite von etwa 170 Prozent.

In den Sommermonaten waren es vor allem jüngere Anleger, die die Flucht ins Gold antraten. Laut einer Umfrage, die das Forsa Institut im Sommer im Auftrag des Magazins „Stern“ erstellte, brachte erstaunliches zutage: Nur 22 Prozent der Goldkäufer waren über 60 Jahre alt. Dagegen lag der Anteil der 30- bis 44-Jährigen etwa doppelt so hoch.

Das elfte Jahr in Folge mit Preissteigerungen
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12 Kommentare zu "Goldjahr 2011: Erst Rekordjagd, dann ein empfindlicher Dämpfer"

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  • Da reden 2 Leute über 2 verschiedene Dinge.
    Das Erste- Kauf zur Wertaufbewahrung-Sicherheit vor Totalverlust---
    das Zweite- spekulieren auf Gewinn.
    Somit haben beide recht, kommt nur auf die Absicht und den Blickwinkel an.
    Aber ich denke, die meisten Käufer sind Goldinvestoren, Wertaufbewahrung, um ihr Geld vor Totalverlust zu schützen.
    Gold unterliegt natürlich genauso Schwankungen, wie alles andere auch- Aktien- Anleihen u.s.w.
    Aber mit einem Unterschied: Papierwerte und Papiergeld kann Totalverlust erleiden. Gold niemals, es behält immer einen gewissen Wert. Genau darum geht es heute- in dieser Finazkrise. Niemand weiß, was wirklich noch alles kommt, aber jeder ahnt etwas. Ein Geldschein ist eben nur Papier, kein Metall wie Gold oder andere Edelmetalle.
    Ob die momentan steigen oder fallen, ist vollkommen uninteressant. Es geht um eine gewisse Sicherheit.
    Nach jeder Krise-Entwertung- Schuldenbereinigung oder wie auch immer- gibt es auch einen Tag- eine Zeit danach.
    Wohl dem, der was gerettet hat.
    Genauso wie es jetzt gefallen ist, wird es wieder steigen..
    Unterm Strich rechnet es sich trotzdem .
    Das wertvollste daran ist das Gefühl der Sicherheit. Ob es dann zutrifft, werden wir sehen. Wenn nicht, dann habe ich wenigstens die ganzen Krisenjahre beruhigt gelebt.

  • Na da bin ich aber zufrieden, dass ich meine Goldklumpen schon vor über 5 Jahren (Mitte 2006 bei 15.500 €/Kilo oder ca. 500 €/Unze) gekauft hatte, aber auch den richtigen Ausstieg - auf den kommt es nämlich genauso drauf an - im Mega-Hype im September bei 42.000,00 €/Kilo oder ca. 1.350 €/Unze auch wieder geschafft habe.
    Von dem Gewinn konnte ich mir was schnelles auf 4 Rädern kaufen. Fängt mit " V " an, und hört mit " n " auf.
    Wie gesagt, auf das richtige Timing kommt es eben an !
    Seien Sie mir bitte deshalb auch nicht böse, lieber DonSarkasmo, wenn ich über " lächerliche " 100 % bei Ihnen jetzt lachen muss.

    Ps: Wenn Gold kein " Spekulationsobjekt " ist, was ist es dann, die Bibel LOL. Gold ist nämlich genau was jede andere Asset-Klasse auch ist, ein Spekulationsobjekt. Nicht mehr, und nicht weniger !

    Beste Grüße zurück, und immer an das Timing denken !!!

  • Na da bin ich aber zufrieden, dass ich meine Goldklumpen schon vor über 5 Jahren (Mitte 2006 bei 15.500 €/Kilo oder ca. 500 €/Unze) gekauft hatte, aber auch den richtigen Ausstieg - auf den kommt es nämlich genauso drauf an - im Mega-Hype im September bei 42.000,00 €/Kilo oder ca. 1.350 €/Unze auch wieder geschafft habe.
    Von dem Gewinn konnte ich mir was schnelles auf 4 Rädern kaufen. Fängt mit " V " an, und hört mit " n " auf.
    Wie gesagt, auf das richtige Timing kommt es eben an !
    Seien Sie mir bitte deshalb auch nicht böse, lieber DonSarkasmo, wenn ich über " lächerliche " 100 % bei Ihnen jetzt lachen muss.
    Beste Grüße zurück, und immer an das Timing denken !!!

  • @kleineMannaufderStrasse

    Na klar, wir rechnen uns eine schlechte Einstigsmöglichkeit, ausgerechnet September, und schon ist das Gegenteil bewiesen, nicht war?

    Im Übrigen, wer Gold als Spekulationsobjekt sieht, hat den Sinn dieses Metalls nicht verstanden.

  • Lieber kleiner Mann auf der Strasse, ein bißchen Investorendenken müssen Sie schon mitbringen, wenn Sie mitreden wollen. Kein Investor. der diesen Namen verdient, hat im September Gold gekauft. Ich habe vor 3 Jahren Gold in größerer Menge gekauft, zu 600.- Euro die Unze. Heute habe ich, wohlgemerkt nach dem Rücksetzer, eine Wertsteigerung in Euro von 100 %. Brutal gesagt, hat sich mein Vermögen (in Euro umgerechnet) verdoppelt.
    Natürlich wird die Zeit kommen, wo man das Gold wieder in andere Assets umschichten muß, Aber da müssten erst einmal die Staatsschuldenkrisen eledigt werden und noch die einen oder anderen Kleinigkeiten. Bis dahin dürfen Sie sich auf den Gold-Bullenmarkt verlassen.
    Bei den Anstiegen die letzten 10 Jahre sind solche Rücksetzer wie jetzt in den letzten 3 Monaten nichts Besonderes. Seine Sie mir bitte nicht böse, wenn ich über Ihre 4% Zinsen (vor Inflation und Steuern) nur lachen kann. Beste Grüße

  • Ich bin alt genug um schon einmal den Goldpreis extrem steigen und fallen gesehen zu haben. Damals kaufte jeder panisch Gold. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie meine Großeltern viele Goldmünzen auf dem Küchentisch liegen hatten und nachrechneten, was sie nach dem Kursverfall dafür bekommen. Die Stimmung war traurig.
    Gold besitzt bei weitem nicht die Absolutheit an Sicherheit, an die die Gold-Jünger glauben. Es kommt wie bei allen Assets auf das Timing an !

  • Ich bin alt genug um schon einmal den Goldpreis extrem steigen und fallen gesehen zu haben. Damals kaufte jeder panisch Gold. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie meine Großeltern viele Goldmünzen auf dem Küchentisch liegen hatten und nachrechneten, was sie nach dem Kursverfall dafür bekommen. Die Stimmung war traurig.
    Gold besitzt bei weitem nicht die Absolutheit an Sicherheit, an die manche glauben. Es kommt wie bei allen Asset-Klassen auf das Timing an !

  • dann rechnen sie doch mal die reale Inflation davon ab uns sehen wie viel dann noch übrig ist...

    zu den Gold-Bugs kann man nur sagen:
    wer sich wie ein Schaf verhält darf sich nicht wundern wenn die Kohle weg ist und wer Gold kauft wenn die "Bild" sagt er soll Gold kaufen IST ein Schaf! Ich für meinen Teil werde schön weiter Gold kaufen, einfach weil's so schön glänzt :-D

  • Das ewige bla, bla, bla der Goldjünger.

    Meine 100.000,00 € sind heute auf meinem Kontoauszug auch noch als 100.000,00 € ausgewiesen, nebst 4 % Zinsen p.a.
    Hätte ich mir stattdessen für das Geld im September Goldklumpen gekauft, wären aus 100.000,00 € innerhalb von 3 Monaten nur noch ca. 89.000,00 € dagewesen (- 11 %, und das sogar noch ohne die üblichen An- und Verkaufsgebühren!!!).

    Von wegen " nix bekommen " .... LOL

  • Der europäische Goldkäufer, der in Euro gezahlt hat, hat von dem Preisverfall wenig mitbekommen. Der schwache Euro hat die kleine Delle locker kompensiert. Aber den Euro-Papiergeldbesitzer, also der "kleine Mann auf der Straße", hat das stärker belastet. Nur der bekommt es kaum mit, so geschickt wird der Preisverfall von den Regierenden verschleiert.

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