Goldman Sachs überrascht mit extremer Prognose
Analysten warnen vor Ölpreissprung

Die Ruhe war einmal mehr trügerisch. Am Mittwoch vergangener Woche rutschte der Preis für das europäische Brentöl kurz unter die psychologisch wichtige Marke von 50 Dollar je Barrel (159 Liter). Doch schon am Donnerstag zogen die Notierungen wieder deutlich an; zum Wochenschluss näherte sich der Brentölpreis 53 Dollar. Eine nachhaltige Entspannung ist Experten zufolge bislang auch nicht in Sicht.

HB DÜSSELDORF. Auch am heutigen Montag hat der Ölpreis seine Rekordjagd fortgesetzt. Am Morgen übertraf der Preis für Rohöl der Sorte WTI im asiatischen Handel mit 57,79 Dollar je Barrel (159 Liter) die erst am Freitag erreichte Rekordmarke von 57,70 Dollar. Seit vergangenem Montag ist der Ölpreis damit um mehr als vier Dollar gestiegen.

Händler begründeten den jüngsten Höhenflug mit Nachwirkungen einer Studie von der US-Investmentbank Goldman Sachs aus der vergangenen Woche, die ein wahres Horrorszenario an die Wand gemalt hat. „Die Ölmärkte könnten gerade erst am Anfang der Phase eines ,Superanstiegs’ stehen“, warnen die Analysten in einer Studie. Dieser Anstieg könnte die Preise der amerikanischen Richtmarke WTI in der Spitze bis auf 105 Dollar treiben. Der WTI-Preis liegt in der Regel um zwei bis drei Dollar über dem Brentölpreis. Goldman Sachs hat seine Prognosen entsprechend angehoben.

Innerhalb der Übertreibungsphase wird nun eine Preisspanne von 50 bis 105 Dollar angenommen, vorher hatte die Investmentbank ein Preisband von 50 bis 80 Dollar unterstellt. Für 2005 und 2006 hat Goldman Sachs die Preisvorhersage auf 50 bzw. 55 Dollar angehoben. Bisher wurden Preise von rund 40 Dollar unterstellt. Die Analysten begründen ihre Prognose unter anderem mit „einem unverwüstlichen Nachfragewachstum“ und einem steigenden Aufschlag für Leichtöl. Zudem seien die Kosten in der Industrie stark gestiegen. Nur wenn sich das wirtschaftliche Wachstum in China und anderen asiatischen Ländern deutlich verlangsamen würde, gäbe es eine deutliche Entspannung.

An den Energiemärkten sorgte diese extreme Schätzung für Aufsehen. Händler sagten, die Studie habe spekulativ eingestellte Investoren zum Einstieg in Ölinvestments veranlasst. Ganz so pessimistisch wie Goldman Sachs sind andere Experten nicht. „Im Schnitt werden wir ein Preisniveau für das Barrel Brentöl von 45 Dollar in diesem Jahr sehen“, sagt Angus McPhail von ING. Auf längere Sicht ist McPhail sogar optimistischer. „Mittelfristig werden die Preise wieder auf ein Niveau von 35 Dollar zurückkehren.“

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