Goldmarkt

Verunsicherte Investoren treiben Goldpreis

Dollarpreis steigt, Goldpreis sinkt - so lautet die Regel. Doch sie gilt nicht mehr. Gold und Dollar steigen gleichzeitig. Die Verunsicherung der Investoren setzt hergebrachte Mechanismen kurzerhand außer Kraft.
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Unsichere europäische Investoren setzen weiterhin auf Gold. Quelle: dpa

Unsichere europäische Investoren setzen weiterhin auf Gold.

(Foto: dpa)

DüsseldorfAm Goldmarkt sind die sonst üblichen Regeln zurzeit außer Kraft gesetzt. Steigt der Kurs des amerikanischen Dollars, bremst dies normalerweise den Goldpreis. Aktuell profitiert der Dollar besonders von der Unsicherheit über die weitere Entwicklung des Euros, dennoch steigt in Europa auch der Goldpreis.

„Der normale Zusammenhang ist gestört", sagt Gabor Vogel, Edelmetallexperte der DZ Bank. „Grund dafür ist die hohe Unsicherheit in Europa. Die europäischen Anleger suchen Sicherheit in physischen Goldanlagen." Dies spiegelt sich in der Preisentwicklung auf Euro-Basis wider. Seit etwa einem Jahr schwanken die Notierungen in Europa um 1300 Euro und liegen mit aktuell gut 1320 Euro nur wenig unter dem bisherigen Rekordhoch.

Anfang September vergangenen Jahres hatte eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) rund 1354 Euro gekostet, so viel wie nie zuvor. Noch vor rund einem Jahr notierte die Unze Gold gerade einmal bei gut 1000 Euro. Die europäischen Investoren schneiden damit zurzeit besser ab als die Anleger im US-Dollar-Raum.

Auf Dollar-Basis hatte Gold seinen Rekord Anfang September 2011 bei 1920 Dollar erreicht; gestern hat der Preis die psychologisch wichtige Marke von 1600 Dollar zurückerobert. Doch Euro-Gold hat auf Jahresbasis rund sieben Prozent zugelegt, während Gold in Dollar nahezu unverändert bis leichter handelt.

„Ausschließlicher Treiber war der Euro, der sich gegenüber dem Dollar um sieben Prozent abschwächte", sagt Mark Augustynak, Seniorhändler Edelmetalle bei der Royal Bank of Scotland (RBS) in London. Für das zweite Halbjahr erwartet die RBS einen erneut steigenden Goldpreis. „Bei einer weiteren Schwäche des Euros ist ein Preis in der Nähe des Allzeithochs auf Euro-Basis wahrscheinlich", sagt Augustynak.

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13 Kommentare zu "Goldmarkt: Verunsicherte Investoren treiben Goldpreis"

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  • @holyowly
    "Der zweiten Gruppe dürften die Preise ziemlich egal sein, da diese Anlagen immer langfristig gesehen werden. Gold wird nicht verkauft, sondern vererbt."

    Das würde sich ganz schnell ändern, wenn der Kurs z.B. um 50% fällt.

  • Mein lieber "Crash",
    Wenn der Euro-Crash kommt (und der wird kommen), dann ist Ihr "Crash"-Papier-Geld futsch, aber meine Gold- und Silbermünzen nicht.

  • Also ich hab vorgestern noch Gold gekauft und mein Rad is noch dran! *g*

    Ach ich denke, viele hier sind einfach viel zu eingeengt auf dem Spekulationstrip.

    Eine Goldanlage ist für mich immer läääängstfristig. Nicht kurz- nicht mittelfristig, sondern richtig lange.

    Natürlich hat man nicht sein gesamtes Vermögen in Gold, aber was übrig ist wird eben vergoldet. Warum nicht? Die gesunde Mischung macht das Vermögen, denn egal was runtergeht oder entwertet wird, es bleibt immer noch ein Teil des Vermögens das noch etwas zählt.

    Jemanden der von der Hand in den Mund lebt kann man Gold natürlich nicht empfehlen. Die haben weder die Nerven noch das Sitzfleisch einen Kursrückgang einfach auszusitzen. Und Getriebene können mit Gold auch nicht zufrieden sein, weil die immer dem nächsten vermeintlichen Gewinn hinterherjagen. Wer's braucht, solls machen. Für mich und viele andere ist Goldbesitz entspannend und beruhigend. Es war immer da, es ist immer da und es wird auch immer da sein.... egal welchen Preis in welcher Währung auch immer.

  • An den Kommentaren kann man sehen, dass kaum einer verstanden hat, das Gold (und Silber) das einzig wahre Geld ist und nicht die ungedeckten Papierschnipsel, die beliebig gedruckt werden können.
    Der Dollar hat seit 1930 95% seines Wertes verloren, der Euro immerhin schon fast die Hälfte.
    Für eine Unze Gold hat man vor 2000 Jahren eine goldbestickte Tunika erhalten, heute erhält man dafür immer noch einen Massanzug oder ein Designer-Kleid.

  • 3 pessimistische und 0 positive Meinungen werte ich als positiv

  • Wer jetzt noch Gold kauft ,der hat doch wirklich ein Rad ab .1600 US -Dollar sind nicht mehr lange von Bestand , da die Spekulanten schnell auf andere Werte setzen als der
    Markt reagieren kann.
    Um hier wirklich das gro8e Geschäft zu machen ,muß der Anleger massiv Gold gebunkert haben .
    Aber Gold ist auf kurze Frist nicht spekulativ .Der Kurs kann jederzeit einbrechen , da ist Gold nur eine
    Anlage für das Ruhekissen auf lange Zeit .
    Es gibt Anlagen ,die kurzfristig höhere Gewinne einfahren .
    Wenn der Euro -Crash kommt ,dann werden Spekulanten auf die neue D-Mark setzen ,DE wird massiv Staatsanleihen ausgeben .

  • @Ohweiohweiohwei

    Wer kauft im Zeitalter seriöser Online-Edelmetallhändler Gold noch bei der Bank?
    www.feingoldhandel.de
    www.pro-aurum.de
    u.a.

    Und das mit dem Manipulieren fällt IMHO eher zufällig in die indische Hochzeitssaison.

    Um solche Ausschläge durch Schmuck hinzubekommen müßten ganze Heerscharen indischer Schmuckhandwerker ganz deutsch auf Anpfiff tonnenweise Gold mit Kupfer und Silber verkleppern, als Schmuckgold legieren, um es nach dem Erkalten mehr oder weniger geschmackvoll zu Ringen und Reifen zu verbeulen.

    Dazu müßten dann aber mutmaßlich auch die Preise für Silber und Kupfer zeitgleich anziehen. Alle Jahre wieder! Das wiederum wäre für die Märkte ein Indiz für aufkeimenden Aufschwung in den Industriestaaten. Auch alle Jahre wieder.

    Wenn das tatsächlich miteinander zusammenhängt, streichen wir besser sofort die ganzen langweilig jahrzehntelangen Wirtschaftsförderprogramme und konzentrieren uns alle voll auf's romantische Heiraten in Indien.

    Da wollte ich eh schon immer mal hin...

    Aber Sie haben trotzdem Recht. Es besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, daß der Goldpreis dieser Tage nach oben manipuliert wird. Das hängt aber IMHO eher mit der jeweiligen Preisentwicklung vor exakt einem Jahr zusammen. Da hatten wir nämlich gerade, zufällig, einen deftigen Peak im Goldpreis wegen der nun schon fast traditionellen Panik der Märkte um einen Euro-Austritt Griechenlands. Gipfel waren damals AFAIK etwa 45€/g

  • @Arbeiter
    "Die Gold-Party ist vorbei. Wer nicht dabei war, hat eben Pech gehabt."

    Ich glaube da haben Sie was falsch verstanden. Wer physisches Gold kauft, tut das ganz sicher nicht zu Spekulationszwecken. Eher regelmäßig zur langfristigen Absicherung aktuell entbehrlicher Beträge. Und die können dann auch schon bei 50€ anfangen.

    - Steigt der Goldpreis, wird der Wiederverkaufswert der bereits bestehenden Goldreserve mehr wert. Muß man davon was verkaufen, mindert sich dadurch der Verlust. Bei älteren Stücken ergibt sich vielleicht sogar ein Gewinn. Dazugekauft wird dann natürlich erst mal nichts.

    - Sinkt der Goldpreis, kann man die überstehende liquide Reserve günstiger einlagern. Entweder mehr Gold zum selben Betrag oder dieselbe Menge für einen günstigeren Preis.

    Ein sinkender Goldpreis kann kontextbedingt zweierlei Gründe haben.

    1. Die erste Welle von Anlegern muß im Abschwung bereits erste Reserven auflösen, die der Markt so schnell nicht aufnehmen kann. Zum Beispiel, weil sich Zocker im großen Maßstab "verspielt" haben. Das legt sich ziemlich schnell wieder.

    2. Die Wirtschaft zieht im Aufschwung wieder an, Reserven werden freudestrahlend zugunsten realwirtschaftlicher Investitionen aufgelöst. Das dauert dann hoffentlich auch etwas länger.

    Warum der Goldpreis steigt, steht in der Regel handtellergroß auf Seite 1 der Zeitung Ihres Vertrauens...

    Was man davon hat? Einen tieferen, ruhigeren Schlaf.

    Und der ist mir die paar draufgelegten Kröten Differenz zwischen Bid und Ask allemal wert. Mein Job ist nämlich alleine schon stressig genug...

  • @ arbeiter

    Die wichtigere Aussage scheint mir diese zu sein:
    "Und die Zentralbanken seien inzwischen Nettokäufer von Gold."

    Ich nehme mal an, dass die Zentralbanken das nicht nur machen damit dieses wertlose Zeug nicht irgendwo rumliegt. Vermutlich wissen die Zentralbanken mehr, als ein 'Arbeiter'.

    Im Übrigen gibt es generell 2 Arten von Goldkäufern: Die Spekulanten, die mit Papiergold spielen und die Käufer von physischen Metall. Der zweiten Gruppe dürften die Preise ziemlich egal sein, da diese Anlagen immer langfristig gesehen werden. Gold wird nicht verkauft, sondern vererbt. Es bleibt immer bares Geld wert, im Gegensatz zu allen Banknoten, die permanente Entwertungen (siehe Euro) hinnehmen müssen. Denn wie du schon sagtest, der Euro ist schwach und wer weiss wie lange er noch überlebt. Gold wird dann immer noch da sein und immer noch etwas wert sein. Vielleicht solltest du darüber mal nachdenken, bevor du deiner Schadenfreude den Lauf lässt.

  • Lieber Arbeiter,

    ich hoffe ja sehr, das Sie Recht behalten mit Ihrer Lesart. Denn genau dann ist zumindest meine Kalkulation aufgegangen. Ich wolte nämlich nie ein Spekulatinsgeschäft mit Edelmetallen machen, ich wollte genau das absichern was Sie schreiben:
    Einen immer weniger wert werdenen Euro.

    Wenn das klapp bin ich volauf zufrieden.

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