Goldpreis-Hausse
Eine Karawane mit Goldbarren verlässt Manhattan

Die Rekordjagd des Goldpreises treibt skurrile Blüten. Je mehr Privatleute das Edelmetall als Anlage in unsicheren Zeiten für sich entdecken, desto größer werden die Probleme der Banken, es physisch einzulagern. Die britische Großbank HSBC hat deswegen eine beispiellose Umzugsaktion der Goldbestände ihrer Privatkunden in New York organisiert.
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NEW YORK. Eine Karawane mit Goldbarren und Münzen beladener Panzerwagen verließ in dieser Woche das festungsartig ausgebaute HSBC-Hauptquartier in der Mitte Manhattans. "Ich habe noch nie eine Verlagerung wie diese erlebt", sagte Jonathan Potts, Geschäftsführer bei Fideli Trade, dem "Wall Street Journal" (WSJ). Fideli Trade betreibt Lagerstätten für Gold und andere schwierig zu sichernde Wertsachen außerhalb von New York City.

Mit der Aktion will HSBC Medienberichten zufolge Platz schaffen. Die Bestände von Privatkunden sollen in anderen Lagerstätten verwaltet werden, damit am prestigeträchtigen Ort in Manhattan mehr Raum für wirtschaftlich interessantere institutionelle Kunden bleibt, berichtet das "WSJ". Eine Sprecherin betonte dagegen, es gehe um "Sicherheitsüberlegungen."

Der Goldpreis befindet sich seit Wochen und Monaten auf Rekordjagd und erreichte heute mit 1 180 Dollar je Feinunze ein neues Allzeithoch. Die Wertsteigerung des Edelmetalls sowie die Furcht vieler Anleger vor einem erneuten Börsencrash und einer galoppierenden Inflation haben die Nachfrage stimuliert.

Während Aktien und Anleihen heutzutage weitgehend elektronisch "gelagert" werden, muss Gold nach wie vor physisch gesichert werden. Selbst wenn Anleger Zertifikate auf Gold kaufen, müssen Bestände zu deren Deckung bei einer Bank vorgehalten werden.

Die Lagerprobleme der Banken weltweit dürften weiter steigen. Denn die Nachfrage nach Barren und Münzen wird Schätzungen des Marktforschungsunternehmens CPM zufolge in diesem Jahr um 21 Prozent steigen.

Kommentare zu " Goldpreis-Hausse: Eine Karawane mit Goldbarren verlässt Manhattan"

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  • > heute bekommt man für 'ne Unze Gold in etwa so viel Öl wie vor 30, 40 Jahren

    http://www.silber.de/goldkurs.html
    http://www.tecson.de/poelhist.htm

    beides siind Rohstoffe, beide mit ähnlicher Preisentwicklung, allerdings wäre ein barrel öl von 1969 die bessere Wertanlage gewesen.
    inflationsbereinigt sind es aber gar keine Wertanlagen.

  • von 2001-2009 hat das gold in dallar aber auch im €
    einen zweistelligen werzuwachs in %.
    im gleichen zeitraum haben der dow sowie der dax negative wertentwicklungen!!!!!

  • @Jonas: Goldmeteorit - hahahaha, selten so gelacht. Welchen intrinsischen Wert hat denn Papiergeld? Rechne mal nach, heute bekommt man für 'ne Unze Gold in etwa so viel Öl wie vor 30, 40 Jahren.

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