Goldpreis
Société Générale sieht Gold unter 1000 Dollar

Experten halten eine Zinserhöhung der US-Notenbank am Mittwoch für äußerst wahrscheinlich. Das wird den Goldpreis belasten, glaubt die Société Générale – und steht mit ihrem Pessimismus längst nicht allein da.

DüsseldorfNun folgt also auch die Société Générale: Die Experten der französischen Bank senken ihre Goldpreisprognose. Gold werde im kommenden Jahr wahrscheinlich auf 955 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) sinken. Damit reiht sich die Bank in die Expertenanalysen anderer Geldhäuser ein. Schon länger warnt etwa Goldman Sachs Anleger vor dem Goldankauf, weil die 1000-Dollar-Marke zu fallen droht. Morgan Stanley oder die niederländische ABN zeichnen ein noch düsteres Bild: Sie halten gar einen Fall des Goldpreises auf knapp 800 Dollar je Feinunze für möglich.

Die Société Générale begründet ihre nun verkündete Prognose mit der Zinserhöhung, die in dieser Woche die US-Notenbank Federal Reserve voraussichtlich verkünden werde. Alain Bokobza, Leiter der globalen Asset-Allokation bei Société Générale, hält die erwartete Zinsänderung jedoch erst für den Auftakt. Seiner Ansicht nach werden 2016 voraussichtlich drei weitere Leitzinserhöhungen in den USA erfolgen. Deshalb dürfte der Goldpreis um rund zehn Prozent nachgeben und auf das niedrigste Niveau seit 2009 zurückfallen.

Händler sehen eine Wahrscheinlichkeit von 76 Prozent für eine Zinserhöhung durch die Fed auf ihrer heute beginnenden zweitägigen Sitzung. Für Bokobza ist der Zinsschritt am 16. Dezember weitgehend eingepreist, doch werde sich Gold in den nächsten Jahren im Zuge weiter steigender Zinsen noch mehr verbilligen.

„Wir blicken mehr auf das Panorama für 2016 mit einer Fed, die ihre Geldpolitik weiter strafft und einer US-Wirtschaft, die sich recht gut entwickelt“, sagte Bokobza am Montag. „Das spricht nicht für einen höheren Goldpreis. Gold wird ein Opfer werden.“

Damit steht Gold vor dem dritten Jahresverlust in Folge – und belegt damit indirekt auch die Macht der Fed. Die Aussichten, dass die Zinsen in den USA erstmals seit fast zehn Jahren steigen, haben den Dollar gestärkt und verringern die Attraktivität von Gold. Weil die Rendite von Gold nicht von Zinsen abhängt, gilt das Edelmetall als alternative Anlage zu Aktien und Devisen. Das gilt insbesondere im Verhältnis zum Dollar. Hat sich sein Kurs in der Vergangenheit erhöht, sank im Gegenzug der des Goldes – und umgekehrt.

Besonders deutlich wurde das in der Finanzkrise. Im Jahr 2008 hatte Gold die 1000 Dollar-Marke erstmals durchbrochen. In der Folge wurde der Rohstoff seinem Ruf als Krisenwährung gerecht und sauste bis August 2011 auf knapp 1900 Dollar.

Diese Zeiten sind passé. Obwohl die Krisen in der Welt anhalten, brach der Goldpreis ein. Am Dienstagvormittag kostete die Unze Gold am Kassamarkt 1063,02 Dollar und war damit etwa zehn Prozent billiger als zu Beginn 2015.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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