Goldreserven der Bundesbank
Wo steckt das Gold - und wie viel ist übrig?

Um das Gold der Deutschen ist eine heftige Debatte entbrannt. Kritiker werfen der Bundesbank vor, sie passe nicht gut genug auf den Schatz auf. Nun wollen sie die Barren nachzählen. Die Währungshüter sind strikt dagegen.
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Frankfurt, Berlin, DüsseldorfDie Deutsche Bundesbank wacht über einen riesigen Goldschatz. An den lässt sie niemanden ran - sie erlaubt nicht einmal, dass jemand nachschaut, ob noch alles da ist. Das Ansinnen des Bundesrechnungshofs, die deutschen Goldreserven überprüfen zu lassen, wiesen die Währungshüter zurück. Eine derartige Kontrolle sei unter Notenbanken unüblich, hieß es. Der Bundesrechnungshof hatte zum einen stichprobenartige Kontrollen gefordert, zum anderen angemahnt, der Goldbestand müsse komplett inventarisiert werden.

Nach Angaben der Bundesbank lagert der größte Teil ihrer knapp 3.400 Tonnen Gold in New York, bei der US-Zentralbank Federal Reserve. Außerdem verwahren die Notenbanken Großbritanniens und Frankreichs kleinere Bestände des deutschen Goldes.

Kritiker nehmen daran Anstoß. Sie meinen, die Bundesbank habe die Kontrolle über das Gold aus der Hand gegeben. Der Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler, der schon vor zwei Jahren über parlamentarische Anfragen und ein Rechtsgutachten mehr Aufklärung über die deutschen Goldreserven angemahnt hatte, erklärte: "Die Frage ist, ob ein Großteil der physischen Goldreserven nur noch aus bloßen Goldforderungen besteht. Ob also ein wesentlicher Teil verliehen wurde." Gerade in den heutigen Krisenzeiten dürfe es keinen Zweifel geben, dass die Bundesbank physisch über ihr Gold verfügen könne. Der Münsteraner Professor Jörg Baetge hatte in einem Gutachten für Gauweiler festgestellt, die Bundesbank verletze beim Gold die Grundsätze ordnungsgemäßer Inventur und Buchführung.

Inzwischen hat auch der Haushaltsausschuss des Bundestags einen Bericht angefordert. Eine Meldung der "Bild-Zeitung" Angaben, nach denen Bundesbank-Chef Jens Weidmann eine Herausgabe des Berichts verhindern wollte, dementierte die Bundesbank. Ein Sprecher des Rechnungshofs kündigte an, der Bericht werde dem Ausschuss mit einer Stellungnahme der Bundesbank und einer eigenen Würdigung zugesandt." An der Integrität und der Reputation ausländischen Lagerstellen gibt es keinen Zweifel", betont die Bundesbank. Zudem sei von dem Gold nichts verliehen.

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  • Da die USA und Israel den Iran weiterhin nicht angreifen, dürfte es die Atombombe dort wohl geben. Die Atombombe tut genau das, wozu sie gedacht war: sie schreckt ab.

    Fazit: Israel wird nicht durch die Atombombe erledigt werden, sondern schlichtwegs (zusammen mit den USA) pleite gehen.

  • bei alledem fragt man sich natürlich,was macht die andere ecke der welt.russland kauft sukzessive gold auf.china und indien ebenso.weiter, die araber auch.malaysia und singapore geben gold-dinar und silber-dinar als wärung aus.iran/pakistan und indien bezahlt inzwischen viele importe und exporte mit gold.china sogar mit goldgedeckten yuan. also soll die honorige bundesbank zusehen, dass das "volks"eigentum nach deutschland kommt. in der schweiz ist das gleiche problem, da fordern die schweizer ebenfalls von der SNB (schweizer national bank) ihre bestände auch heimzuholen, um es in der schweiz zu lagern.
    ausflüchte, wegreden helfen wenig. wenn der weidmann sich weigert, kann man ihn von seinen aufgaben entbinden und durch einen anderen bundesbank präsidenten ersetzen, der das tut, was ihm aufgetragen wird, nämlich das gold aus allen anderen ländern zurück zu holen.
    wenn es einen geheimvertrag geben sollte, so ist nicht nur der, sondern auch alle anderen geheim-verträge offen zu legen. damit das deutsche völkchen nicht weiter hintergangen wird. ausserdem, wann wird über einen friedensvertrag verhandelt?

  • Kryptische Orakel?

    Gold! „Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage“ Wozu die Aufregung um schlappe einhundert Milliarden? Die Peanut- grenze beginnt neuerdings erst über der Billionengrenze.

    Das Dilemma erinnert an Erwin Schrödinger‘s Gedankenexperiment mit einer Katze die statistisch gleichzeitig lebendig und tot ist, solange die Katze nicht sichtbar in ihrem Experiment- Kasten sitzt.

    Das Gold in den amerikanischen Tresoren existiert dort und gleichzeitig existiert es dort nicht mehr, solange nicht nachgeprüft wird. Erst bei einer Überprüfung stellt sich eines der Optionen ein.

    Sinnvoll erscheint die schwerwiegendere Option - eventuell gleichzeitig auch die zweite Option als gegeben anzunehmen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, solange Unklarheit besteht.

    Erweitert lässt sich der Gedankengang auf Iran übertragen, bauen sie die Atombombe und wenden diese an - oder nicht? Objektiv beweisen lässt es sich erst, wenn die Atombombe (z.B. über Israel) explodiert ist.

    Wie auch immer, es liegt nicht an der schärfe des Schwerts, sondern an der Dünne des Fadens. Der extreme existentielle Druck wird sich so oder so entladen.
    Die Tragödie ließe sich lediglich mit umfassenden Überprüfungen und kompletten Verzicht auflösen.

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