Golf von Mexiko
Hurrikan „Dolly“ hält die Ölmärkte in Atem

Der erste große Wirbelsturm des Jahres wird voraussichtlich die wichtigsten Produktionsanlagen am Golf von Mexiko verschonen. Die Preise für amerikanisches Leichtöl und das europäische Brentöl bleiben indes unter Druck.

DÜSSELDORF. Die Akteure an den internationalen Energiemärkten blicken in diesem Jahr erstmals wieder auf den Golf von Mexiko. Dort ist Hurrikan "Dolly" unterwegs, der erste größere Wirbelsturm dieses Jahres. Mit einiger Erleichterung nahmen die Märkte bereits Meldungen auf, dass "Dolly" die wichtigen Ölanlagen in der Region wohl verfehlen wird.

Der Preis des amerikanischen Leichtöl WTI blieb am Mittwoch unter Druck; am Nachmittag notierte WTI-Öl unter 126 Dollar je Barrel (159 Liter). Auch das europäische Brentöl kostete weniger als 126 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit Anfang Juni. Noch Mitte Juli waren die Notierungen bis auf das Rekordhoch von gut 147 Dollar gestiegen.

Der Sorge vor größeren Auswirkungen durch Hurrikans im Golf von Mexiko kommt nicht von ungefähr. Immerhin werden gut 60 Prozent der Rohölimporte der USA über die Häfen am Golf abgewickelt. Nur zu gut sind den Marktteilnehmern auch die Schäden der Wirbelstürme "Rita" und "Katrina" vor zwei Jahren in Erinnerung. Damals fielen rund 90 Prozent der Öl- und 72 Prozent der Erdgasproduktion der USA aus. Entsprechend wachsen vor einem neuen Wirbelsturm die Sorgen vor erneuten Versorgungsengpässen.

Hurrikan "Dolly" wird nach Vorhersagen der Meteorologen heute Mittag die Küste erreichen. "Die Preise können schnell in die eine oder andere Richtung ausschlagen, je nachdem wie sich der Sturm entwickelt", warnt denn auch Jesper Dannesboe von der Société Générale. Nach Angaben des US-Innenministeriums belaufen sich die kurzzeitigen Produktionsausfälle auf 61 000 Barrel Rohöl und 395 Mill. Kubikfuß Erdgas pro Tag. Dies entspricht etwa fünf Prozent der täglichen US-Produktion im Golf von Mexiko.

"Die Besorgnis vor einer nachlassenden Nachfrage" bleibt daher nach Einschätzung von Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank, weiter das dominierende Thema an den Ölmärkten. Die Befürchtungen, dass die Konjunkturschwäche in den USA die Ölnachfrage weiter drücken könnte, ist einer der Hauptgründe für den jüngsten Preisrückgang.

Im Mittelpunkt stehen zudem die US-Lagerbestände. Gestern bremsten die neuen Bestandszahlen zusätzlich den Preis, da die Vorräte an Destillaten stärker gestiegen sind als prognostiziert. Gleichzeitig lag der Rückgang der Rohölbestände mit 1,56 Mill. Barrel aber höher als erwartet.

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