Greenback schwächelt
Der Dollarverfall überschattet die Ära Bush

Als US-Präsident George W. Bush 2001 an seinem ersten Gipfeltreffen der acht führenden Industriestaaten (G8) teilnahm, bestimmte der starke Dollar die Agenda. Auf seinem letzten Gipfel nächste Woche wird der Dollar wieder im Mittelpunkt stehen. Diesmal ist es aber der schwache Dollar. Der Greenback hat zum Euro während der Präsidentschaft Bushs 41 Prozent an Wert verloren.

Bloomberg NEW YORK. Das ist symptomatisch für die Wirtschaftspolitik der US-Regierung. Diese hatte sich auf die Fahnen geschrieben, den USA wieder eine Vormachtstellung zu verschaffen. Stattdessen ist der Einfluss der USA gesunken, während Russland und China wichtiger wurden.

"Angesichts der wirtschaftlichen Probleme, vor denen die USA und die Weltwirtschaft insgesamt stehen, und der Tatsache, dass die Zeit der Regierung Bush zu Ende geht, hat Bush kein gutes Blatt auf der Hand", sagt Charles Kupchan, Professor für internationale Beziehungen an der Georgetown-University in Washington.

Die USA haben mittlerweile unter den G8-Staaten nach Italien das schwächste Wirtschaftswachstum. Das Bruttoinlandsprodukt in den USA dürfte in diesem Jahr nur noch um 0,5 Prozent steigen. Damit läge es unter den vom Internationalen Währungsfonds prognostizierten Wachstumsraten von 1,6 Prozent für Großbritannien, 1,4 Prozent für den Euro-Raum, 1,4 Prozent für Japan und 1,3 Prozent für Kanada. Russland, das der frühere US-Präsident Bill Clinton in die G8-Runde gebracht hat, stellt die anderen Mitglieder in den Schatten mit einer geschätzten Wachstumsrate von 6,8 Prozent. Das Land profitiert von seinem Ölund Rohstoffreichtum. Noch stärker dürfte China mit schätzungsweise 9,3 Prozent wachsen. China ist kein G8-Mitglied, nimmt aber am letzten Tag des Gipfels teil.

Das Gipfeltreffen diene der Schadensbegrenzung, um der Welt zu zeigen, dass die Regierungen etwas gegen die steigenden Preise von Lebensmitteln und Öl unternähmen, sagte Kupchan. Wenn der dreitägige Gipfel am 7. Juli im japanischen Toyako beginnt, werden daher vertrauensbildende Maßnahmen für die Weltwirtschaft die Tagesordnung dominieren.

Die steigenden Rohstoffpreise stellten eine größere Bedrohung für die Weltwirtschaft als die Kreditkrise dar, hatten die G8-Finanzminister vergangenen Monat erklärt. Im ersten Halbjahr haben sich die 19 im Reuters/Jefferies-CRB-Index enthaltenen Rohstoffe um 29 Prozent verteuert. Das ist der stärkste Anstieg seit 1973. Ein Rekordhoch haben die Terminkontrakte für Reis, Mais und Weizen in diesem Jahr erreicht.

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