Greenspan-Äußerungen belasten
Euro unter Druck - Yen gefragt

US-Notenbankchef Alan Greenspan hat mit seinen gestrigen Äußerungen den Euro weiter belastet. Deutlich zulegen konnte dagegen der Yen zum Euro und zum Dollar.

HB FRANKFURT. „Wir sehen heute die Spätfolgen der Greenspan-Rede. Er hat gestern relativ deutlich gemacht, dass eine kräftigere Zinserhöhung der Fed nicht ausgeschlossen ist“, sagte ein Händler. Aussagen von Greenspan im Rahmen der Londoner International Monetary Conference (IMC) hatten am Dienstag Dollar-Käufe ausgelöst.

Greenspan hatte für den Fall unerwartet stark anziehender Inflation eine kräftige Zinserhöhung nicht ausgeschlossen. Er machte aber deutlich, dass der für die Geldpolitik zuständige Offenmarktausschuss der Fed (FOMC) trotz des gestiegenen Ölpreises weiterhin davon überzeugt ist, dass die geldpolitischen Schrauben in maßvollem Tempo angezogen werden können. Nur falls die Inflation unerwartet stark anziehen sollte, werde die Fed das Nötige zu tun, um Preisstabilität zu sichern.

Ein höherer Leitzins in den USA würde Anlagen in Dollar attraktiver machen, da sich der Abstand zum Renditevorsprung der Euro-Zone verkleinern würde. In der Euro-Zone liegt der Leitzins derzeit bei 2,00 % und ist damit doppelt so hoch wie in den USA. Angesichts guter US-Konjunkturdaten in den vergangenen Monaten gehen viele Börsianer von einer Anhebung des Zinsniveaus in den USA aus, was zeitweise für deutlichen Abgabedruck beim Euro gesorgt hat.

Der Euro lag am Nachmittag bei 1,2151 Dollar nach einem Schlusskurs am Vorabend in New York bei 1,2257 Dollar. Am Vortag war die Gemeinschaftswährung zeitweise sogar noch auf Kurse deutlich über 1,23 Dollar geklettert. Befragte Devisenstrategen rechnen im Schnitt damit, dass sich der Euro in den kommenden Monaten um 1,22 Dollar bewegen wird. Für Ende Mai 2005 prognostizieren sie einen Euro-Stand von 1,24 Dollar.

Der Yen legte sowohl zum Euro als auch zum Dollar zu. Händler erklärten dies mit Daten zum japanischen Wirtschaftswachstum. Japans Wirtschaft ist im ersten Quartal etwas stärker gewachsen als zunächst angenommen. Die Regierung revidierte am Mittwoch den Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf 1,5 % von 1,4 % nach oben. „Das revidierte BIP zeigt das starke Wirtschaftswachstum. Das untermauert die Aussichten auf einen Zufluss von Anlagen nach Japan und das hat den Yen leicht gestützt“, sagte Mitsuru Sahara von der UFJ Bank. Der Dollar lag am Nachmittag bei 108,95 Yen. Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX wurde der Kurs des Euro mit 1,2184 (1,2321) Dollar festgelegt. Die EZB ermittelte den Referenzkurs mit 1,2157 (1,2294) Dollar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%