Griechenland-Krise

Papandreou-Drohung lässt Euro abstürzen

Der griechische Regierung wankt, die Euro-Länder streiten endlos über das Rettungspaket: Das europäische Chaos bringt die Gemeinschaftswährung stark unter Druck.
Update: 16.06.2011 - 08:21 Uhr 27 Kommentare
Proteste vor dem Parlament: Die Griechen wollen von der Politik gehört werden - egal wie. Quelle: dpa

Proteste vor dem Parlament: Die Griechen wollen von der Politik gehört werden - egal wie.

(Foto: dpa)

Eine Lösung für die Schuldenkrise Griechenlands ist weiterhin nicht in Sicht - sehr zum Unbehagen der Märkte. Die Furcht vor einer Eskalation der europäischen Schuldenkrise hat den Euro am Donnerstag stark unter Druck gesetzt. Die Gemeinschaftswährung fiel am Morgen auf ein Drei-Wochen-Tief von 1,4091 Dollar nach 1,4160 Dollar im späten New Yorker Vortagesgeschäft. Für den Rutsch nach unten sorgten laut Händlern vor allem die Aussagen von EZB-Ratsmitglieds Nout Wellink. Er forderte laut einem niederländischen Zeitungsbericht, den europäischen Rettungsfonds wegen der Griechenland-Krise auf 1,5 Billionen Euro zu verdoppeln.

An der Wall Street schloss der Euro dann mit 1,4179 US-Dollar. Experten rechnen damit, dass die Gemeinschaftswährung weiter unter Druck gerät. Auch an den Aktienmärkten hinterließ die Unsicherheit Spuren.

Zum Handelsbeginn am Donnerstag in Tokio notierte der Euro zum Yen deutlich schwächer mit 114,69-73 Yen nach 115,82-86 Yen am späten Vortag. Zum Dollar lag er bei 1,4189-91 Dollar nach 1,4371-73 Dollar am späten Vortag.

Am späten Mittwochnachmittag war bekannt geworden, dass Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou der Opposition angeboten habe, eine gemeinsame Regierung zu bilden. Diese Einheitsregierung solle alle nötigen und schmerzhaften Reformen durchsetzen, die notwendig sind, um weitere Milliardenhilfen von der EU und dem Internationalen Währungsfonds zu erhalten. Falls es zur Bildung einer solchen Regierung komme, werde Papandreou möglicherweise auf das Amt des Regierungschefs verzichten, hieß es.

„Sollte Papandreou überraschend nicht das Vertrauen erhalten, wäre das ein erheblicher Rückschlag hin zu einem neuen Hilfspaket für Athen. Mit den zunehmenden Protesten gegen die geplanten Sparmaßnahmen baut sich zudem das Risiko auf, dass ein solches Paket scheitert, weil die Griechen den Ernst der Lage nicht erkennen“, schrieben die Analysten der Commerzbank in einem Kommentar.

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27 Kommentare zu "Griechenland-Krise: Der Euro fällt, die Wut wächst"

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  • Die dummen und einfältigen Politiker treiben alle Staaten in den Ruin. Die EU soll Europa vereinen proklammieren sie treudoof. Die Wut in den Bevölkerungen wächst in jedem Land. In den Ländern, die für die anderen zahlen sollen und in den Länder, die sich Hilfe
    erhoffen. Das internationale Bankenkartell erpresst die Welt, macht Billionen an Gewinnen und die Bonizahlungen sind jetzt höher als vor der Krise. Die Banken spekulieren gegen die Pleitestaaten und machen Milliarden an Gewinn.
    Wenn die Politik nicht weiter dafür sorgt, dass uneingeschränkt Geld in die Pleitestaaten fliesst, würden die Märkte abschmieren und es würde sich Chaos verbreiten.

    Man soll doch mal die Märkte abschmieren lassen, dann hat das Gezocke ein Ende. Wer hat denn erlaubt, dass Banken etc. gegen diese Staaten spekulieren dürfen. Das Spekulieren in diesem Bereich sollte die Politik verbieten.
    Dann hat alles ein Ende.

    Wer ist den an den Märkten hauptsächlich investiert. Hedgefonds, das Bankenkartell etc..

    Sollen die doch ruhig Pleite gehen, dann haben Bonizahlungen und Erpressungen ihr Ende.
    Die Staaten sollten für die Spareinlagen, Versicherungen der Bürger bürgen und nur für dieses Geld.

    Alles andere sollte man abschmieren lassen. Die Bankendynastie ist seit der Krise noch mächtiger geworden und sie bestimmen die Weltpolitik. Weil die dummen Politiker sich immer Rat bei der Bankendynastie holen, um die Probleme zu managen. So lange sich Frau Merkel von ihrem Freund Herrn Ackermann (Deutsche Bank)beraten lässt - was soll da denn harauskommen ?
    Man soll die Baken absaufen lassen, damit die Banker nun auch mal auf der Straße sitzen, das würde ihnen mal gut zu Gesicht stehen. Das würde ein für alle Mal ein Exempel statuieren

    Seit der Krise hat sich nichts getan, alles ist immer nur noch schlimmer geworden.

  • kein staat kann die schulden zurückzahlen, werder griechenland oder deutschland und erst recht nicht die usa.
    die folge ist ein globaler währungsschnatt von mindestens 50%. Wenn es dann in 3-8 jahren soweit ist, wird es als riesenerfolg verkauft. ERGO Man sollte alle politiker in den knast stecken-lebenslang

  • Das Geld was jetzt durch die angeblichen "Hilfen" Nach Griechenland fließt, taucht dort nur auf dem Konto einmal auf und schwupps ist es wieder in Deutschland oder Frankreich bei den ganzen Bankster die so ihre Banken sannieren. Also der Deutsche Michel bezahlt eig den Bänker ihre Boni, weil DIE ja so hart gearbeitet haben :D

  • Als Berliner wundere ich mich, dass unser Regierender nichts dazu sagt. Von 100 Euro, die das Land Berlin und die Bezirke verausgaben, sind nur 60 durch eigene Einnahmen gedeckt. 40 kommen von der EU, vom Bund, anderen Bundesländern oder sind neue Schulden. Wenn man selbst nichts hat, kann man auch Griechenland nichts geben, oder, Herr Wowereit? Die Frage geht natürlich auch an alle anderen Berliner Landespolitiker/innen aller Parteien, denn im September wird in Berlin gewählt....

  • ja und der deutsche Michel schaut seelenruhig zu, wie sein Vermögen wertlos wird!
    Selbst Schuld..und eigentlich auch gerecht.

    Die aufgeklärten haben sicher ihre Schäfchen schon im Trockenen!

  • einfach nur ein Witz, dass das Finanzsystem in dieser Form so lange überhaupt existieren konnte.
    Es fängt an bei der illegalen Privatbank FED und endet bei den Bilanztricksereien vor 2 Jahren, in denen sich die Banken ihre Buchwerte schönrechnen konnte.

    Also nüchtern betrachtet können wir alle einpacken!

    Wo geht eigentlich das ganze Geld der Konjunkturpakete hin? Auf der Straße kommt davon merklich wenig an.

    Zur Merkel Politik:

    Merkel hat keinerlei Strategie! Ihr Motto: Zeitschinden, Volk verdummen und Widersacher aussondern. Das führt am Ende nur zu Bürgerkriegen.

    Schön zu sehen, dass die Menschen in Spanien und Griechenland zeigen, was wirkliche Demokratie ist! Aber der deutsche Michel wird wieder bis zur letzten Sekunde für dumm verkauft. Eines muss man Merkel lassen, verarschen kann sie bestens!!!

  • Die EU und Griechenland versuchen die Quadratur des Kreises, statt dem Land einen neuen Anfang auf Grundlage der real vorhandenen Leistungsfähigkeit zu ermöglichen. Zwar sind die Sparforderungen aus der Sicht der EU-Steuerbürger verständlich, aber zur Lösung Griechenlands Produktivitätsdefizit tragen sie nicht bei; sie bewirken ggf. sogar das Gegenteil. Vieles deutet darauf hin, dass wir Griechenland lieber in eine Diktatur abgleiten lassen, als einen Neuanfang mittels harten Schuldenschnitts zu Lasten der Gläubiger zu ermöglichen. Verwerfungen an den Finanzmärkten werden die Realwirtschaft kaum tangieren, weil deren Stabilität vom Zustand der Anleihegläubiger nur marginal abhängig sein dürfte. Die Finanzierung der Realwirtschaft ist durch starke Konkurrenz gesichert und die Nachfrage hängt sicherlich nicht vom offenen Eingeständnis ab, dass Griechenland-Anleihen praktisch wertlos sind. Statt der Beschäftigung mit nachrangigen Problemen sollten wir Lösungen erarbeiten, die Griechenlands Produktivitäts- und Leistungsbilanzdefizite abbauen. Ziel muss dessen Verbleib in der EU sein, das auf einem soliden wirtschaftlichen Fundament gründet, statt auf einer Transferunion. Ein wesentliches Erfordernis ist die Beseitigung des unheilvollen Zusammenhangs von Währung einerseits und Produktivität andererseits. Wer dieses Unheil als unabwendbar betrachtet, stellt die Marktwirtschaft in Zweifel: Marktwirtschaft wird stets zu differenzierter Produktivität führen, die von der Währung zwar sichtbar gemacht aber nicht beseitigt werden darf.

  • Die faulen Kredite von 18200 Mrd. Euro europ. Banken sind ein Fass ohne Boden, den europ. Steuerzahler nicht ausgleichen können und ab dem 5. Juli 2011 wird die deutsche Beteiligung am Verstoß gegen den Vertrag von Lissabon und dem Grundgesetz beendet sein, wenn das BVerfG seine Aufgabe ernst nimmt und unabhängig entscheidet!
    Jeder Ökonom weiß, das wir zu über 98 % nur virtuelles Geld haben und das Zinssystem IMMER nach einer gewissen Laufzeit kollabiert!

  • Sie haben vor allen Dingen den Haupttäter der Misere nicht benannt: Gerhard Schröder. Warum wohl? Der hatte schließlich gegen den ausdrücklichen Widerstand einiger EU Mitgliedsstaaten explizit darauf bestanden, daß Griechenland in die Währungsunion aufgenommen wird. War wohl eine kleine Schützenhilfe für die Genossen dort unten.

  • Richtig, wenn Merkel eines nicht ist, dann neoliberal. Kommunistisch würde es treffen. Sie, Kohl , Schäuble und die anderen Stasi Kumpanen haben unser Vaterland verraten. Gesetze scheinen keine Einschränkungen mehr zu sein. Die kleine unwählbare Truppe in Brüssel stampft ihre Ideen durch, zur Not wird eben mal schnell die Verfassung geändert.

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