Griechenland-Krise

Schweizer Notenbank interveniert am Devisenmarkt

Die Griechenland-Krise kommt auch in der Schweiz an: Die Notenbank in Bern bekundete öffentlich, dass sie „stabilisierend am Markt aufgetreten“ sei, um den Euro zu stärken. Bisher hilft das wenig.
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Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank will eine Aufwertung des Franken verhindern. Quelle: dpa
Thomas Jordan

Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank will eine Aufwertung des Franken verhindern.

(Foto: dpa)

ZürichDie Schweizerische Nationalbank (SNB) hat nach den Ereignissen in Griechenland am Devisenmarkt interveniert, um den Euro zu stärken und den Franken nicht zu stark aufwerten zu lassen. „Die SNB ist stabilisierend am Markt aufgetreten“, sagte Thomas Jordan, Präsident der Schweizerischen Nationalbank, auf dem Swiss International Finance Forum der „Neuen Zürcher Zeitung“ in Bern.

Jordans Bemerkung ist außergewöhnlich, denn normalerweise bekennt sich die Notenbankspitze nie konkret zu punktuellen Interventionen. Das offizielle Wording ist stets, dass die Notenbank grundsätzlich bereit sei, zu intervenieren, wenn es die Situation rechtfertigt.

Damit zahlt die Welt
Platz 10: Singapur Dollar
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Das asiatische Land gilt als einer der begehrtesten Finanzstandorte der Welt. Wenig Regulierung, viele Banken und die geografische Nähe zu China locken zahlreiche Investoren. Im Dezember 2014 wurden laut „Swift Watch“ 0,9 Prozent des globalen Zahlungsverkehrs in Singapur Dollar abgewickelt.

Platz 9: Hongkong Dollar
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Auf Hongkong treffen fast die gleichen Eigenschaften wie auf Singapur zu. Dementsprechend oft wurde mit der asiatischen Währung bezahlt. In Hongkong-Dollar wurden 1,3 Prozent des weltweiten Zahlungsverkehrs abgewickelt. Im Vorjahreszeitraum waren es etwa ein Prozent.

Platz 8: Schweizer Franken
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Die Schweizer Währung hat nach der Loslösung vom Euro-Kurs an Attraktivität verloren. Der Schweizer Franken wertete im Anschluss dramatisch auf. Im Dezember landete die Währung hinsichtlich des Zahlungsverkehrs mit 1,4 Prozent auf dem achten Platz. Ein Jahr zuvor wurden noch 1,8 Prozent der weltweiten Bezahlungen in Schweizer Franken abgewickelt, womit die Währung auf den sechsten Platz landete.

Platz 7: Australischer Dollar
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Australien hat eine funktionierende Wirtschaft. Zu verdanken hat das Land das vor allem dem nachhaltig starken Wachstum vieler asiatischer Länder. China gehört zu den Hauptgeschäftspartnern von Australien. Solange die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wächst, wächst auch Australiens Wirtschaft. Kein Wunder also, dass 1,8 Prozent der Bezahlungen auf diesem Planeten in Australischen Dollar getätigt werden.

Platz 6: Kanadischer Dollar
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Kanada zählt zu den größten Volkswirtschaften der Welt. Der Nachbarstaat der USA mischt daher auch im Bereich des Zahlungsverkehrs bei den Größten mit. 1,9 Prozent aller Zahlungen auf dieser Welt wurden mit Kanadischen Dollar realisiert.

Platz 5: Yuan
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Den größten Sprung im Dezember 2014 machte der chinesische Yuan. Von Platz 13 im Januar 2013 nahmen die Zahlungen so stark zu, dass der Yuan im Dezember 2014 auf den fünften Platz vorrückte. 2,2 Prozent der weltweiten Zahlungen wurden in Yuan abgewickelt.

Platz 4: Yen
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Noch gehört Japan zu den stärksten Volkswirtschaften der Welt. Doch die jahrzehntelange Deflation macht dem Land zu schaffen. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe versucht mit einer aggressiv expansiven Geldpolitik dies zu ändern. Allerdings sind die Erfolge allenfalls kurzfristiger Natur. Der japanische Yen war nichtsdestotrotz eines der beliebtesten Zahlungsmittel im Dezember 2014. 2,7 Prozent der Zahlungen wurden mit Yen-Banknoten getätigt.

Nach den Ereignissen vom Wochenende hat sich der Franken trotz der Intervention zum Euro weiter verteuert. Er verlor rund einen Rappen und tendiert aktuell um Preise von 1,03. Am Freitag lag er noch bei 1,04 Franken zum Euro. Aus Sorge um den Euro dient der Schweizer Franken damit erneut als eine Fluchtwährung,

Auf Nachfrage sagte Jordan, dass „wir immer gesagt haben, erneut zu intervenieren, wenn es die Situation erfordert. Und die Situation vom Wochenende rechtfertigt einen Eingriff“, erklärte er. Zum Zeitpunkt und Umfang der Devisenmarkt-Intervention machte Jordan aber keine Angaben. Er kündigte an, dass die Schweizer Notenbank weiterhin bereit sei, am Markt einzugreifen.

Vor allem die Lage der griechischen Banken sei besorgniserregend, so Jordan. Sollte Griechenland tatsächlich den Euro aufgeben, wären die Banken von der Liquiditätsversorgung durch die Europäische Zentralbank abgeschnitten. Zugleich würden die Anleihen, die die griechischen Banken in ihrer Bilanz halten, stark an Wert verlieren.

Der Einführung einer Parallelwährung in Griechenland steht der Schweizer Notenbank-Chef skeptisch gegenüber. „Es müsste per Gesetz geklärt werden, welche Guthaben und Verpflichtungen weiterhin in Euro bedient werden“, so Jordan, „das ist sehr schwierig zu organisieren.“

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