Größeres Zeitfenster
G20-Experten wollen Devisenhandel reformieren

Das tägliche „Fixing“ zur Berechnung von Devisenkursen soll künftig eine statt fünf Minuten dauern. Das soll Manipulationen erschweren. Den Vorschlag arbeitete ein Gremium der G20 aus.
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LondonIm Skandal um manipulierte Devisenkurse hat der Finanzstabilitätsrat FSB Reformvorschläge vorgelegt. Deren Kern sei ein größeres Zeitfenster für die Berechnung der Referenzkurse, teilte das von den 20 größten Industrienationen und Schwellenländern (G20) eingesetzte Expertengremium am Dienstag mit. Bislang werden für das tägliche sogenannte Fixing Kurse herangezogen, die binnen einer bestimmten Minute zusammengetragen werden.

Dieser Zeitraum soll auf fünf Minuten ausgeweitet werden, erklärte das Financial Stability Board (FSB). Dies erschwere Manipulationen und stelle zugleich sicher, dass die Referenzkurse auch repräsentativ seien. Über den FSB-Vorschlag sollen die G20 bei ihrem Gipfel im November abstimmen.

Die Experten empfehlen zudem, dass der Datenanbieter WM, der die Referenzkurse ermittelt, zusätzliche Kursdaten zur Berechnung heranzieht. Für das sogenannte „WM/Reuters-Fixing“ nutzt die Tochter der US-Bank State Street Daten zu Handelsgeschäften und Aufträgen aus dem System des Nachrichten- und Datenanbieters Thomson Reuters und von Konkurrenten. Sollten die Reformvorschläge nicht den gewünschten Effekt haben, will der Finanzstabilitätsrat die ursprüngliche Idee des Aufbaus einer neuen weltweiten Handelsplattform wieder aufgreifen.

Ermittlungsbehörden weltweit durchleuchten seit Monaten den Devisenmarkt, auf dem täglich 5,3 Billionen Dollar umgesetzt werden. Sie haben den Verdacht, dass Händler verschiedener Banken mit Absprachen die Referenzkurse von Währungen manipuliert haben. Diese Fixings bilden die Grundlage für die Abrechnung von internationalen Finanzgeschäften. Den Banken, die bereits wegen der Manipulation des Referenzzinssatzes Libor milliardenschwere Bußgelder aufgebrummt bekamen, drohen wegen des Devisen-Skandals erneut hohe Strafen. US-Pensionsfonds haben bereits Klagen eingereicht, mehrere Banken haben Devisenhändler entlassen oder beurlaubt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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