Große abbaubare Vorkommen in Alaska
USA sehen Gashydrate als Energiequelle der Zukunft

Verbindungen von Eis und Methan - sogenannte Gashydrate - können nach Einschätzung des US-Innenministeriums bei der künftigen Energieversorgung eine wichtige Rolle spielen. Vorkommen in Alaska könnten Ergas in großer Menge liefern. Doch es gibt auch Bedenken.

OTTAWA. Allein die im Permafrostboden im Norden Alaskas und im küstennahen Meeresboden des Arktischen Ozeans vermuteten und mit der heutigen Technik förderbaren Gashydrate könnten genug Erdgas liefern, um 100 Millionen durchschnittliche Wohnhäuser in den USA zehn Jahre lang zu heizen, errechnete die Fachbehörde US Geological Survey (USGS).

Allerdings sind weitere Studien notwendig um zu zeigen, ob Gashydrate wirtschaftlich gewonnen werden können. Zudem bestehen Umweltrisiken: Sollte bei der Förderung Methan in die Umwelt entweichen, würde es den Treibhauseffekt verstärken.

Die Studie ist nach US-Angaben die erste über bisher unentdeckte, mit heutiger Technologie abbaubare Gashydrat-Vorkommen. Als "unentdeckt" gelten die Vorkommen, weil sie bisher noch nicht gefördert wurden. Aufgrund der geologischen Strukturen gilt aber als gesichert, dass sie in diesem Umfang vorhanden sind. Die Daten deuteten darauf hin, "dass Gashydrate eine beträchtliches Potenzial haben, zum Energiemix in den USA und in der gesamten Welt beizutragen", sagte US-Innenminister Dirk Kempthorne. Er lobte Gashydrate als "sauber verbrennende Erdgasquelle" und sieht einen "Paradigmenwechsel" bei der Versorgung mit Erdgas. Auf 85,4 Billionen Kubikfuß, rund 2,4 Billionen Kubikmeter, werden die Gashydrat-Vorkommen an Alaskas North Slope, eines der größten Öl- und Erdgasfelder der USA, geschätzt. Dabei handelt es sich nur um einen Bruchteil der weltweit angenommenen Lager.

Auch das bundesdeutsche Forschungsprogramm "Gastechnologien" berichtet, bisherige Untersuchungsergebnisse sprächen dafür, "dass weltweit ungefähr doppelt soviel Kohlenstoff in Gashydraten gebunden ist wie in allen bekannten Lagerstätten fossiler Brennstoffe - Kohle, Erdöl und Erdgas - zusammen". Die weltweit aus Gashydraten gewinnbaren Gasmengen würden auf etwa 1 500 Billionen Kubikmeter geschätzt, etwa das Sechsfache der bekannten Erdgasvorräte. Dies umfasst aber alle Gashydrate, nicht nur die mit heutiger Technik förderbaren.

Natürliche Gashydrate, auch Clathrate genannt, sind feste, eisähnliche Verbindungen aus Gas und Wasser. Damit sie sich unter natürlichen Bedingungen bilden, sind Temperaturen unter fünf Grad Celsius und hoher Druck von mehr als 50 bar erforderlich.

Diese Bedingungen herrschen im Permafrostboden Alaskas, Kanadas und Sibiriens sowie im Meeresboden. Im Meer werden vor allem an den Kontinentalhängen große Gashydrat-Vorkommen vermutet - und das nicht nur in den Eismeeren, sondern rund um den Erdball, etwa im Golf von Mexiko, an der Westküste Kanadas, im Pazifik vor Korea und Japan, in der Kongo-Mündung und vor Marokko.

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