Große Kurssprünge an den Devisenmärkten in 2004
Euro lässt das Jahr ruhig ausklingen

Der Euro hat im zurückliegenden Jahr für immer neue Schlagzeilen gesorgt. Bislang blieb ihm allerdings der Sprung über die viel beschworene Hürde von 1,35 Dollar verwehrt. In einem recht dünnen Geschäft rutschte die europäische Gemeinschaftswährung am Mittwoch sogar zeitweise unter die Marke von 1,34 Dollar.

HB DÜSSELDORF. Der Euro bewegte sich nur wenige Pips nach oben und unten und verharrte in der engen Bandbreite von 1,3346 bis 1,3405 Dollar. Als Pip wird die kleinste mögliche Bewegung bezeichnet, die ein Wechselkurs vollziehen kann. „Die Vorweihnachtszeit macht sich bemerkbar“, kommentierte Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank die zunehmende Ruhe im Handel. Nach seiner Beobachtung geht nun „der Risikoappetit am Devisenmarkt zurück“. Das Deutsche- Bank-Research bleibt allerdings skeptisch. Zwar trete der Euro zurzeit auf der Stelle, doch „die Ruhe ist trügerisch und könnte ein Zeichen für den nahenden Sturm bedeuten“, so die Warnung. Die wenigsten Händler könnten kurz vor dem Jahresende steigende Kurse gebrauchen. Nach Ansicht der DB-Analysten sähen viele der Akteure den Euro lieber fallen oder „wenigstens auf aktuellem (inzwischen gewohntem) Niveau verharren“.

An den Devisenmärkten neigt sich damit ein Jahr dem Ende zu, das von großen Kurssprüngen gekennzeichnet war. Als Hauptbelastungsfaktoren für den Dollar gelten die immensen Defizite der Vereinigten Staaten in der Leistungsbilanz und im Haushalt. Die wachsenden Zweifel an der Finanzierbarkeit der US-Defizite haben dem Euro mehr als einmal kräftige Gewinne beschert. Im dritten Quartal hat der Fehlbetrag in der US-Leistungsbilanz mit 164,71 Mrd. Dollar einen Rekordwert erreicht. Die Entwicklung dürfte daher weiterhin spannend bleiben.

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