Gute Ernten
Zucker-Spekulanten machen Verluste

Investoren, die in diesem Jahr auf Zucker gesetzt haben, sind bisher enttäuscht worden: Der Zuckerpreis ist zwischen Ende März und Ende August um 34 Prozent eingebrochen. Zuvor hatte sich der Preis innerhalb von zwölf Monaten verdoppelt und war bis auf 19,90 Cent je Pound (454 Gramm) gestiegen.

LONDON. Eine reiche Ernte in Brasilien und Indien brachte die Preise aber unter Druck, außerdem sorgten fallende Benzinpreise dafür, dass die Nachfrage nach alternativen Treibstoffen zurückging. Derzeit notiert Zucker an der New York Board of Trade knapp über 13 Cent je Pound.

Im März hatte Andreas Meyer, Fondsmanager bei Merit Alternative Investments in Wien, erklärt, der Zuckerpreis werde weitere 40 Prozent zulegen. Michael Coleman von Aisling Analytics in Singapur zeigte sich damals ebenso optimistisch. Jetzt räumt er ein, dass seine Annahme „sich als falsch erwiesen hat“. Beide wollen mindestens bis Jahresende einen Bogen um Zucker machen, weil sie mit weiteren Verlusten rechnen.

„Wir sind in einer Korrekturphase für Zucker, die bis zum Jahresende anhalten könnte“, kommentiert Fondsmanager Meyer. „Die Spekulation hat den Zuckerpreis kaputtgemacht. Ich denke immer noch, dass Zucker besser abschneiden wird als Anleihen, Aktien und Öl, allerdings in einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren.“

Während Hedge-Fonds und andere große Spekulanten vor einem Jahr noch 9,7 Mill. Tonnen Rohzucker kontrollierten, haben sie in diesem Jahr 5,4 Mill. Tonnen verkauft, berichtet der weltgrößte Zuckermakler C. Czarnikow Sugar in London. Das entspricht etwa 3,5 Prozent der von Czarnikow erwarteten Zuckernachfrage.

Außerdem überschwemmt derzeit die Rekordernte aus Brasilien die Märkte. „Brasilien hat das aktuelle Exportprogramm noch nicht einmal zur Hälfte durchgeführt“, erläutert Analyst Peter de Klerk von Czarnikow. Im zweitgrößten Anbauland Indien spekulieren Marktbeobachter ebenfalls auf eine Rekordernte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%