Händler: Technische Faktoren sind der Anlass
Euro gibt zum Dollar wieder nach

Der Euro hat zum Wochenauftakt wieder auf Kurse unter 1,20 Dollar nachgegeben.

HB FRANKFURT. Händler begründeten dies vorwiegend mit technischen Faktoren. „Aus fundamentaler Sicht gibt es keine Erklärung für die Kursbewegung“, hieß es bei mehreren Banken in Deutschland. Die G-7-Finanzminister hatten bei ihrem Treffen in New York anders als im Frühjahr nicht über die Entwicklung der Wechselkurse gesprochen. Sie forderten aber die Öl produzierenden Länder auf, mit höheren Fördermengen den Ölpreisanstieg zu dämpfen und damit Schaden von der Weltwirtschaft abzuwenden. Da am Montag keine marktbewegenden Daten aus den USA erwartet wurden, sagten Händler einen eher ruhigen Handelstag voraus.

Der Euro fiel im frühen Geschäft auf ein vorläufiges Tagestief von 1,1933 Dollar, nachdem er am Freitag in New York mit 1,2025 Dollar geschlossen hatte. Zum Yen notierte die US-Währung mit 112,50 Yen nahezu unverändert. Die Ölpreise gaben an den Terminmärkten etwas nach. Analysten bezweifelten aber, dass Öl sich wieder deutlich verbilligen kann. Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank vermutete, dass die Nachfrage aus Asien weiter zunehmen wird und „damit ein nachhaltiger Preisrückgang unwahrscheinlich ist“.

Händler erklärten, die Märkte schauten im Moment vor allem auf die Entwicklung der US-Zinsen. Viele erwarteten, dass die US-Notenbank (FOMC) Ende Juni die Zinsen erhöhen und damit eine Zinswende herbeiführen wird. In diesem Zusammenhang seien die in dieser Woche anstehenden US-Konjunkturdaten von großer Bedeutung, erklärten Händler. So werden unter anderem das Verbrauchervertrauen am Dienstag und die Statistik zum Auftragseingang für die langlebigen Wirtschaftsgüter am Mittwoch erwartet. Sollten sie eine Nachhaltigkeit der US-Wirtschaftserholung bestätigen, wachse die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung Ende Juni. Schon jetzt seien aber Dollar-Anlagen am Kreditmarkt attraktiver als Euro-Anlagen, obwohl die Leitzinsen in der Euro-Zone mit zwei Prozent doppelt so hoch wie in den USA sind, erklärten Händler.

Die aus den deutschen Bundesländern anstehenden Inflationsdaten in dieser Woche dürften kaum für eine Kursbewegung des Euro sorgen, da nach Einschätzung von Händlern zwar im Schnitt mit schneller steigenden Preisen gerechnet wird, davon aber keine Zinsspekulationen ausgingen. Zudem stünden die Daten aus der Euro-Zone traditionell im Schatten der Statistiken aus der weltgrößten Volkswirtschaft.

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