Handelsblatt-Invterview:
Royal Bank of Scotland rechnet mit sinkenden Ölpreisen

Der Chefvolkswirt der Royal Bank of Scotland geht davon aus, dass gegen Ende des Jahres der Ölpreis wieder zwischen "28 bis 30 Dollar je Barrel Rohöl" liegen wird.

DÜSSELDORF. Alle Indikatoren wiesen auf ein zeitlich begrenztes Hoch beim Ölpreis hin, sagte Jeremy Peat dem Handelsblatt (Dienstagausgabe). Die Balance zwischen Angebot und Nachfrage sei zwar momentan gestört. Aber die Ankündigung des saudischen Ölminmisters am Wochenende, dass dieser die Förderkapazität von 9,1 auf 10,5 Mill. Barrel erhöhen wolle, schaffe etwas Luft im Markt. Auch die durch spekulative Akteure wie Hedge Funds entstandene "ungewöhnlich hohe Nachfrage dürfte nicht allzu lange anhalten", sagte Peat.

Das Interview im Wortlaut:

Handelslatt: Wie lange kann sich die Weltwirtschaft einen derart hohen Ölpreis leisten?

Peat: Wenn der Preis im nächsten Winter noch auf dem jetzigen Niveau liegt, wird das die Weltwirtschaft klar dämpfen. Wenn es aber in den nächsten Monaten wieder heruntergeht, dürfte der Effekt beschränkt bleiben. Ich gehe davon aus, dass wir gegen Ende des Jahres wieder bei Preisen von 28 bis 30 Dollar je Barrel Rohöl liegen.

Handelsblatt: Woher kommt ihr Optimismus?

Peat: Alle Indikatoren weisen auf ein temporäres Phänomen hin. Die Balance zwischen Angebot und Nachfrage ist momentan gestört. Die Angebots-Unsicherheit liegt an der ungeklärten Situation im Mittleren und Nahen Osten. Auf der Nachfrageseite mischen neben den üblichen Akteuren auch spekulative Akteure wie Hedge Funds mit, die eine Gelegenheit gesehen haben, von steigenden Preisen zu profitieren. Beides verstärkt sich gegenseitig.

Handelsblatt: Wer sagt, dass diese Faktoren nur temporär sind?

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