Handelsblatt-Umfrage bei 32 Instituten
Banken prognostizieren Ende des Euro-Höhenflugs

Der Euro unterbricht seinen Höhenflug. Die Europäische Einheitswährung kletterte gestern zunächst auf das Rekordhoch von 1,3643 Dollar, fiel dann aber etwas zurück. Experten gehen davon aus, dass der Euro innerhalb der nächsten zwölf Monate gegenüber dem Dollar weiter an Wert verlieren wird. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Handelsblatts unter 32 in- und ausländischen Banken. Im Durchschnitt der Prognosen wird der Euro Ende nächsten Jahres bei 1,32 Dollar gesehen.

FRANKFURT/M. Allerdings gehen die meisten Analysten und Volkswirte der Banken davon aus, dass die gegenwärtige Schwäche des Dollars noch einige Monate andauert. Vier Fünftel der befragten Devisenmarktexperten rechnen im Verlauf des nächsten Jahres mit Euro-Kursen von 1,40 Dollar und darüber. Die anhaltende Unsicherheit über die hohen Defizite der USA im Staatshaushalt und in der Leistungsbilanz setzte die US-Währung weiter unter Abwertungsdruck, lautet die Begründung. Die Warnung des japanischen Finanzministers Sadakazu Tanigaki, die Währungshüter würden die Lage am Devisenmarkt auch zwischen Weihnachten und Neujahr genau beobachten, spielte keine Rolle.

Die Zuversicht der Analysten und Volkswirte, dass der Dollar im zweiten Halbjahr 2005 wieder an Stärke gewinnen wird, spiegelt sich in den Prognosen. 24 der 32 befragten Institute rechnet damit, dass der Dollar gegenüber dem Euro bis Ende nächsten Jahres um gut drei Prozent an Wert gewinnen wird. Mehr als die Hälfte der Experten erwartet im Dezember 2005 Kurse von weniger als 1,30 Dollar. Den größten Optimismus zeigen die Privatbank Hauck & Aufhäuser sowie die Landesbank Rheinland-Pfalz, die einen Kurs von 1,20 Dollar je Euro erwarten. „Der Dollar wird wieder an Stärke gewinnen, weil die USA 2005 deutlich stärker wachsen als Euro-Land und Japan“, prognostiziert die Mainzer Landesbank. Außerdem werde sich der Zinsvorteil zu Gunsten der USA in den kommenden Quartalen ausweiten. Auch die internationale Kaufkraft der Währung spreche für den Dollar.

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