Handelsblatt-Umfrage zum Bitcoin-Hype Mehrheit der Anleger sieht eine Blase

Eine Handelsblatt-Umfrage zeigt auf, was Anleger vom Bitcoin-Hype halten. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Mehrheit sieht eine Kursblase – hält die Kryptowährung aber für ein brauchbares Zahlungsmittel.
Update: 13.12.2017 - 10:30 Uhr Kommentieren
Bitcoin-Hype: Mehrheit der Anleger sieht eine Kursblase Quelle: Reuters
Gebrochene Bitcoin-Münze (Symbolbild)

Viele Anleger misstrauen laut einer Handelsblatt-Umfrage dem Erfolg der digitalen Währung.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfSeit Jahresbeginn hat der Bitcoin mehr als 1.600 Prozent an Wert zugelegt, notiert am Dienstag über 17.300 Dollar. Während früh investierte Anleger jubeln, sehen andere den Boom mit wachsender Skepsis. Wie groß die Angst vor einer Kursblase selbst bei neugierigen Beobachtern ist, zeigt eine neue Umfrage unter Handelsblatt-Lesern in Kooperation mit der Düsseldorfer Unternehmensberatung Horn & Company zum Kryptowährungs-Markt.

58 Prozent der über 3.700 Leser, die sich an der Online-Umfrage beteiligt haben, sehen in der Kursrally des Bitcoins demnach „eindeutig eine gefährliche Blase“. Jeder Fünfte nimmt eine moderatere Position ein: Der aktuelle Preis liege zu hoch, werde sich aber normalisieren, so die Überzeugung. Immerhin 10 Prozent der Umfrageteilnehmer sind überzeugte Bitcoin-Fans: Sie glauben, dass das Kursfeuerwerk dem tatsächlichen Wert der Währung entspricht. Weitere zehn Prozent trauen sich keine Einschätzung zu.

Trotz des kritischen Fazits zur Kursrally bestätigt die Handelsblatt-Umfrage: Die Zeiten, als der Bitcoin von Anlegern und Firmenlenkern vor allem belächelt wurde, sind vorbei. Knapp jeder fünfte Befragte ist laut eigener Angabe bereits in Bitcoins investiert. Und ganze 20 Prozent ziehen eine Anlage in Erwägung. Für 60 Prozent der Befragten kommt ein Bitcoin-Investment hingegen nach wie vor nicht in Frage.

Mit der Zulassung von Bitcoin-Futures durch die Chicagoer Optionsbörse in der Nacht zu Montag hat die weltweit wichtigste Kryptowährung ihren Durchbruch an den Finanzmärkten gefeiert. Die Teilnehmer der Handelsblatt-Umfrage haben Bitcoin-Futures zur Geldanlage aber noch nicht auf dem Schirm. Nur sieben Prozent können sich vorstellen, in Terminkontrakte auf den Bitcoin zu investieren. Hochspekulative Differenzkontrakte kommen nur für gut drei Prozent infrage. Immerhin 21 Prozent wünschen sich Bitcoin-Indexfonds (ETFs). Und mehr als die Hälfte will aktuell keine weiteren Bitcoin-Finanzprodukte.

Dass sich das schon bald ändern könnte, zeigt die Entwicklung an den wichtigsten Börsenplätzen. Lange hatten institutionelle Investoren den Handel mit Bitcoin und Co. auf Internetplattformen gescheut. Das ändert sich jetzt. „Mit den Futures fällt diese Hürde“, ist etwa Professor Gilbert Fridgen vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik überzeugt. „Jede Barriere für den Markteintritt, die verschwindet, lässt weitere Investoren einsteigen.“ Die Nachfrage nach den Futures wie auch der Bitcoin-Kurs dürften damit weiter zulegen. „Das Thema bleibt aber spekulativ, der Kurs kann auch wieder einbrechen“, warnt er Anleger.

Den Aufstieg der Kryptowährung begleiten zahlreiche Kursabstürze. Das hindert Anleger nicht daran, sich mit Bitcoin und Co. zu beschäftigen. Wirklich durchdrungen haben viele Beobachter das Thema allerdings noch nicht, wie die Handelsblatt-Umfrage zeigt. So fühlen sich viele Anleger nicht richtig informiert: Nur rund 19 Prozent gaben an, die Bitcoin-Technologie und ihre Risiken zu verstehen. Über 43 Prozent kennen sich laut einiger Aussage nur „einigermaßen gut aus“. Knapp 38 Prozent sagen klar: „Ich weiß wenig oder gar nichts davon.“

Mehrheit sieht Bitcoin als Spekulations- und Notgeld
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