Handelsmärkte
Der Dollar zieht dem Euro davon

Auch wenn der Euro einen starken Kurs hat, der US-Dollar ist der europäischen Währung noch immer voraus: Im weltweiten Handel konnte das amerikanische Zahlungsmittel als Standard sogar noch zulegen. Damit bleibt der Dollar, auch in den Währungsreserven, die dominante Devise.

FRANKFURT. Der Euro scheint für lange Zeit keine Gefahr für die dominierende Stellung des US-Dollars als Leitwährung zu sein. Die verbreitete Erwartung, dass die internationale Rolle des Euros beständig steigt und zunehmend an der Vormachtstellung des US-Dollars kratzt, hat sich zumindest in den letzten 18 Monaten nicht erfüllt. Dies zeigt der sechste Bericht der Europäischen Zentralbank (EZB) zur internationalen Rolle des Euros.

Von der von Analysten und manchen Zentralbankern viel beschworenen Umschichtung von offiziellen Währungsreserven aus Dollar in Euro ist den verfügbaren Zahlen nach wenig zu sehen. Zwar stieg der Anteil des Euros an den in der Welt insgesamt gehaltenen Währungsreserven zwischen Ende 2004 und Ende 2006 um 0,9 Prozentpunkte auf 25,8 Prozent. Das spiegelt allerdings allein eine Aufwertung des Euros in diesem Zeitraum wider; zu festen Wechselkursen gerechnet blieb der Euro-Anteil konstant. Die EZB merkt aber einschränkend an, dass ein Drittel der weltweiten Währungsreserven von Ländern gehalten werden, die ihre Währungsaufteilung dem Internationalen Währungsfonds nicht mitteilen. Das betrifft insbesondere China und andere asiatische Länder.

Die in der Opec zusammengeschlossenen Ölexportländer haben den Anteil des Euros an den Reserven entgegen der Ankündigung vereinzelter Opec-Zentralbankvertreter seit 2004 sogar gesenkt, während er in Russland den Ankündigungen gemäß weiter stieg.

Der Anteil der Exporte, die Unternehmen aus dem Euro-Raum in heimischer Währung abrechnen, ist im Beobachtungszeitraum nicht weiter gestiegen, bei den Importen ist der Anteil sogar deutlich gefallen. Im Handel mit dem Nicht-EU-Ausland betrug der Euro-Anteil bei den Exporten rund 50 Prozent, bei den Importen etwa 35 Prozent. Hinter dem Rückgang des in Euro abgerechneten Anteils bei den Importen vermutet die EZB den Preisanstieg der fast nur in Dollar abgerechneten Ölimporte.

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