Höhere Preise auch bei Industriemetallen
Goldpreis steigt weiter Richtung 800 Dollar

Der Goldpreis ist im asiatischen Handel über die Marke von 765 Dollar je Feinunze gestiegen und hat ein neues 28-Jahres-Hoch markiert. Teilnehmer führten die Stärke beim Gold u.a. auf steigende Ölpreise zurück.

HB SINGAPUR. In der Spitze wechselte die Feinunze Gold für 766,60 Dollar den Besitzer, das war gut sieben Dollar teurer als im späten Vortagesgeschäft. Der Preis von 800 Dollar war zuletzt im Jahr 1980 gezahlt worden, der Höchstpreis von damals liegt bei 850 Dollar. Stop-Loss-Käufe hätten die Aufwärtsbewegung verstärkt, hieß es bei Marktteilnehmern im asiatuschen Handel. Zwar sei in den letzten Wochen der schwache Dollar der Hauptfaktor für die Stärke in dem Edelmetall gewesen, so Teilnehmer. Doch in den letzten 24 Stunden habe der Markt vor allem auf den Ölpreis geblickt und sich hiervon leiten lassen.

Die Sorge vor einer Angebotsverknappung liefere zusätzlichen Treibsatz. Der Preis für Gold näherte sich weiter der Marke von 800 Dollar an. „Ein Gemisch aus Geopolitik, Kreditkrise, Dollar-Schwäche und Inflationssorgen treibt das Edelmetall an“, schrieb Analyst Eugen Keller vom Bankhaus Metzler in einer Kurzstudie.

Händler hatten gestern auf Käufe japanischer Investoren, den höheren Ölpreis und das allgemein bullishe Sentiment für Gold hingewiesen. In jüngster Zeit hatte der Goldpreis neue Hochstände erreicht, da der schwache Dollar und die Sorge wegen der US-Konjunktur gestützt hatten.

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Viele Investoren seien sehr optimistisch und rechneten mit steigenden Preisen bei Industriemetallen wie Kupfer oder Blei, sagte Analyst Daniel Smith von Standard Chartered. Nachrichten, die dem entgegen stünden, wie beispielsweise steigende Lagerbestände, würden ignoriert.

„Wir werden relativ zügig die Marke von 800 Dollar sehen“, prognostizierte LBBW-Analyst Frank Schallenberger. Zu Jahresbeginn war das Edelmetall noch 20 Prozent günstiger. Analysten führten die hohe Nachfrage unter anderem darauf zurück, dass Investoren ein Nachlassen der globalen Konjunkturdynamik erwarten. Entsprechend werde Gold als sicherer Hafen gesucht. Auf der anderen Seite habe die jüngste gute Entwicklung des Goldpreises zunehmend Investoren angezogen.

Zudem ist in Indien, wo viel Goldschmuck gekauft wird, im Oktober und im November die Hochzeitssaison. Außerdem findet am 9. November das Diwali-Fest statt – ebenfalls ein Anlass, zu dem viel Goldschmuck verschenkt wird. Das Lichterfest zählt zu den spektakulärsten und buntesten religiösen Festen Indiens und wird von Hindus weltweit gefeiert. Von der Bedeutung her sind die mehrtägigen Feierlichkeiten mit dem Weihnachtsfest hierzulande vergleichbar. Kupfer kostete zuletzt in London 8 215 Dollar je Tonne, knapp zwei Prozent mehr als am Freitag.

Der Reuters-Rohstoff-Index lag 0,3 Prozent im Plus bei 334 Punkten.

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