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Höhere Raffineriekapazitäten setzen Ölpreis kräftig unter Druck

Der Ölpreis ist am Dienstag nach einer weiteren Normalisierung der Raffineriekapazitäten im Süden der USA kräftig unter Druck geraten.

dpa-afx NEW YORK/LONDON. Der Ölpreis ist am Dienstag nach einer weiteren Normalisierung der Raffineriekapazitäten im Süden der USA kräftig unter Druck geraten. Ein Barrel (159 Liter) leichtes Rohöl der US-Sorte WTI kostete im frühen Nachmittagshandel 62,73 Dollar und damit 1,63 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Montag in New York.

In London fiel der Preis für Rohöl der Nordsee-Sorte Brent 0,88 Dollar auf 59,70 Dollar. Zum Wochenende war der Preis für Opec-Rohöl noch gestiegen. Nach Angaben des Opec-Sekretariats in Wien kostete ein Barrel aus der Förderung des Kartells am Montag durchschnittlich 55,24 Dollar. Das waren 90 Cent mehr als am Freitag.

Nach den umfangreichen Schäden an den Ölförderanlagen an der Südküste der Vereinigten Staaten im Zuge der tropischen Wirbelstürme "Katrina" und "Rita" erwarten Rohstoffexperten der US-Bank JP Morgan in dieser Woche einen Anstieg der Raffineriekapazitäten in der Region auf täglich 13 Mill. Barrel nach 12,6 Mill. Barrel in der Vorwoche. Bis Anfang des kommenden Jahres dürften dann alle größeren Raffinerien wieder ihre normale Auslastung erreichen.

Fortschritte BEI Reperaturarbeiten

Deutliche Fortschritte gebe es auch bei den Reparaturarbeiten an den Ölförderanlagen im Golf von Mexiko, schreiben die JP Morgan-Experten weiter. Die Ölplattformen hätten hier bereits das Förderniveau erreicht, dass sie vor den Wirbelstürmen hatten. Allerdings sorge bereits ein neuer Wirbelsturm für etwas Unruhe an den Ölmärkten, hieß es weiter. Nach einigen Wettervorhersagen könnte der tropische Sturm "Wilma" Ende der Woche den Golf von Mexiko erreichen.

Die nach wie vor hohen Ölpreise stellen nach Einschätzung von US-Notenbankpräsident Alan Greenspan aber keine ernste Belastung für die weltweite Konjunktur dar. Sie würden die Weltwirtschaft nicht so stark belasten, wie das beispielsweise während der Ölkrise in den siebziger Jahren der Fall war. Der Einfluss der hohen Ölpreise auf weltweites Wachstum und Inflation sei "deutlich geringer" als in den siebziger Jahren. Die Ölpreise liegen nach den Worten Greenspans unter ihrem inflationsbereinigten Höchststand von Februar 1981.

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