Höhere Sicherheitsleistungen
Rohstoffbörse CME knüpft sich Öl-Spekulanten vor

Die Volatilität am Ölmarkt bleibt hoch. Am Montag legten die Ölpreise stark zu, jetzt geht es wieder abwärts. Der Grund: Die CME erhöht die Sicherheitsleistungen für Ölkontrakte. Das hatte schon den Silberpreis gestürzt.
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DüsseldorfNach dem rasanten Anstieg zu Wochenbeginn sind die Ölpreise am Dienstag im asiatischen Handel gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete 114,40 US-Dollar. Das waren 1,50 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 1,70 Dollar auf 100,82 Dollar.

Am Vortag war der Preis für WTI-Öl in der Spitze um fast sechs Prozent gestiegen, Brent hatte sich um mehr als drei Prozent verteuert. Damit machten die Öl-Notierungen einen Teil ihrer hohen Verluste der Vorwoche wett, als sowohl Brent als auch WTI in der Spitze um 15 Prozent einbrachen.

Für neue Unsicherheit am Ölmarkt sorgte allerdings die Rohstoffbörse Chicago Mercantile Exchange. Die CME hob die Höhe der Sicherheitsleistungen für Rohölkontrakte an. Die Margen beim Kauf eines Futures im Volumen von 1000 Barrel wurden auf 6250 Dollar
erhöht. Damit sind die Kosten für Spekulation am Rohöl-Markt seit Februar um zwei Drittel gestiegen.
Dies habe die Ölpreise belastet, sagten Händler. Die CME hatte eine vergleichbare Entscheidung bereits für Silber getroffen, worauf der Silberpreise in der vergangenen Woche drastisch einbrach. Nach Einschätzung von Händlern wird durch die erhöhten Sicherheitsleistungen das Geschäft für spekulative Anleger erschwert.

Rohstoff-Stratege Jeremy Friesen von der Société Générale verwies zudem auf die wieder zunehmenden Spekulationen über eine erneute Straffung der chinesischen Geldpolitik. Auslöser sei der überraschend starke Anstieg des Handelsüberschusses. „Die Leute werden nun darauf achten, ob es aufgrund der hohen Preise oder einer strafferen Geldpolitik zu einer Abschwächung der Nachfrage kommt“, fügte er hinzu.

Die Kurse der Edelmetalle hielten sich am Morgen zunächst stabil. Die Feinunze Gold kostete 1.507 Dollar und damit nur geringfügig weniger als am Vortag. Für eine Unze Silber mussten 37,56 Dollar bezahlt werden. Der Silberpreis verteidigte damit seine Gewinne vom Montag, als der Kurs um mehr als sechs Prozent stieg. In der vergangenen Woche war der Silberpreis allerdings um ein Viertel eingebrochen.

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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