Hohe Kapitalzuflüsse stützen die Währung
Mexikanischer Peso gewinnt an Wert

Der mexikanische Peso befindet sich nach einer längeren Schwächephase wieder auf dem Weg zu alter Stärke. Die Währung des Schwellenlandes bewegt sich derzeit um 10,80 Peso zum Dollar und hat damit in diesem Jahr gut drei Prozent gegenüber der US-Währung gewonnen.

keh MEXIKO-STADT. Damit befindet sich der Peso derzeit auf dem höchsten Niveau seit rund 17 Monaten. Analysten befürchten bereits, die mexikanische Währung könne sich wieder zum „Superpeso“ entwickeln und der nationalen Exportindustrie Probleme bereiten. Finanzexperten machen als Hauptgrund für die augenblickliche Peso-Stärke den anhaltend starken Devisenzufluss nach Mexiko aus, ausgelöst in erster Linie von der hohen Differenz zwischen den inländischen Zinsen und denen in den USA. Dadurch werden Investitionen in den mexikanischen Geldmarkt sowohl für nationale als auch für internationale Anleger interessant. Mexiko befindet sich seit 16 Monaten in einer Hochzinsphase.

„Zudem stärken die hohen Einnahmen aus dem Ölverkauf und dem Tourismus sowie die nach wie vor steigenden Auslandsüberweisungen den Peso“, ergänzt Ramón Hernández von der Ixe-Finanzgruppe. Nach Erhebungen der Interamerikanischen Entwicklungsbank IDB überwiesen die im Ausland lebenden Mexikaner vergangenes Jahr 16,6 Mrd. Dollar nach Hause. Rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Tendenz setzt sich in diesem Jahr ungebremst fort.

Die Stärke des Pesos vor allem in den vergangenen Wochen erkläre sich aber auch aus der Schwäche des Euros, betont Giselher Foeth, Finanzexperte der Deutsch-Mexikanischen Handelskammer Camexa. Denn wegen der engen Verzahnung zwischen dem mexikanischen Markt und dem der USA vollzieht der Peso in der Regel die Bewegungen nach, die der Dollar gegenüber dem Euro macht.

Die Analysten sind sich einig, dass die Stärkephase der mexikanischen Währung in den kommenden Wochen und Monaten anhalten wird. Die Anleger haben derzeit ein unerschütterliches Vertrauen in den Finanzplatz Mexiko. Dies liegt vor allem an der Stabilitätspolitik der Zentralbank (Banxico), sagt Rodolfo Navarrete von der Investmentberatungsgesellschaft Véctor. Er hält bis zum Jahresende sogar eine weitere Aufwertung bis zu 10,40 Peso zum Dollar für möglich. Camexa-Experte Foeth sieht den Peso im kommenden halben Jahr nur wenig schwankend. Einzig die Dresdner Bank Lateinamerika sagt ein Nachgeben des Pesos voraus, weil die Hochzinsphase zu Ende gehe und die Währung aufgrund des beginnenden Wahlkampfes um das Präsidentenamt unter Druck gerate. Die Bank sagt voraus, dass ein Dollar zum Jahresende zwölf Peso kosten werde.

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