Hohe Lagerbestände
Kupferpreis legt Rückwärtsgang ein

Geteiltes Bild am Rohstoffmarkt: Während sich der Goldpreis im Bereich seines Allzeithochs hält und auch Öl nur minimal billiger notiert, geraten die Kupferpreise unter Druck. Auslöser sind hohe Lagerbestände. Diese sind seit Juli um rund 40 Prozent gestiegen.
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rtr FRANKFURT. Weiter steigende Lagerbestände haben den Kupferpreis am Dienstag belastet. Die Tonne des Industriemetalls verbilligte sich um 1,1 Prozent auf 6489 Dollar. Wachsende Bestände in den Lägern der Londoner Metallbörse LME gelten als Zeichen für eine schwache Nachfrage nach dem unter anderem in der Elektro- und Bauindustrie verwendeten Metall. Die Experten von Barclays Capital wiesen zudem darauf hin, dass der wichtige chinesische Markt reichlich mit Kupfer versorgt sei.

Die LME-Kupferlagerbestände waren am Dienstag auf 394 150 Tonnen gestiegen, das sind rund 40 Prozent mehr als noch Mitte Juli. Vor diesem Hintergrund rechnen Analysten mit einer Korrektur beim Kupferpreis, der sich seit Jahresbeginn in etwa verdoppelt hat.

Auch andere Industriemetalle wurden von Anlegern verkauft. Die Tonne Nickel verbilligte sich um 3,4 Prozent auf 16 910 Dollar, was Händler auf Sorgen über eine sinkenden Edelstahlproduktion zurückführten. Der Preis für eine Tonne Zink gab um 1,6 Prozent auf 2145 Dollar nach.

Der Goldpreis hielt sich in der Nähe seines zu Wochenbeginn erreichten Rekordhochs von 1110,85 Dollar. Im Vergleich zum späten Montagshandel verbilligte sich die Feinunze des Edelmetalls um 0,4 Prozent auf 1099 Dollar. „Da offensichtlich nun auch die Finanzanleger Gold als Absicherung gegen den schwachen US-Dollar und als Instrument zum Kapitalerhalt wiederentdecken, ist das Rückschlagspotenzial begrenzt“, heißt es in einem Marktkommentar der Commerzbank.

Das Fass US-Öl der Sorte WTI verbilligte sich minimal um 0,3 Prozent auf 79,23 Dollar, Nordseeöl der Sorte Brent wurde mit 77,68 Dollar nahezu unverändert gehandelt. „Der Hurrikan „Ida' hat den Markt zuletzt hoch getrieben, jetzt hat er sich abgeschwächt und deshalb gibt es wenig Bewegung bei Öl“, sagte ein Rohstoffhändler. Wegen des Tropensturm waren Befürchtungen aufgekommen, die Produktion im Golf von Mexiko könne eingeschränkt werden. Die Internationalen Energieagentur IEA erwartet wegen eines weiteren Anstiegs des weltweiten Energieverbrauchs einen höheren Ölpreis. IEA-Chefvolkswirt Fatih Birol rechnet für das Jahr 2015 mit einem Ölpreis von 100 Dollar je Fass, für 2030 prognostizierte er eine Notierung von 190 Dollar je Fass. In diesem Jahr dürfte dann nach seinen Berechnungen die Ausbeutung der weltweiten Ölquellen mit täglich 105 Mio. Barrel ihren Höhepunkt erreichen.

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