Hohe Lagerbestände
US-Ölpreis rutscht weiter ab

Der Preis für amerikanisches Rohöl hat die Marke von 70 Dollar zu Wochenbeginn nicht zurückerobert. WTI-Öl verbilligte sich sogar leicht. Der Preis für europäisches Brentöl zog dagegen leicht an. Als Grund für die wachsende Differenz zwischen den beiden Notierungen gelten die hohen Lagerbestände in den USA.
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HB NEW YORK/LONDON/WIEN. Die Ölpreise haben am Montag im Mittagshandel uneinheitlich notiert. Ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Januar kostete im Mittagshandel 69,53 Dollar. Das waren 34 Cent weniger als zum Handelsschluss am Freitag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Januar stieg unterdessen um 25 Cent auf 72,11 Dollar.

Weiterhin werden von Händlern die hohen Lagerbestände in Cushing, dem Haupthandelspunkt von WTI, für die große Differenzen zwischen dem WTI und dem Brent-Preis verantwortlich gemacht. Zudem drohe der Verlust von WTI als weltweit führende Benchmark für den Ölmarkt. Saudi-Arabien hatte in der vergangenen Woche bekanntgegeben, ab Januar den Argus Sour Crude Index als Grundlage für die Preisberechnung mit den USA zu verwenden. Die Spekulationen gegen WTI-Öl dürften daher anhalten, erwarten Händler.

Beobachter gehen davon aus, dass der WTI-Ölpreis noch weiter unter die Marke von 70 Dollar fallen könnte, da der nächste technische Widerstand sich erst bei 65 Dollar befindet. Zudem dürften Befürchtungen über eine verhaltene weltwirtschaftliche Erholung und hohe Rohöllagerbestände in den USA die Ölpreise weiter belasten.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist weiter gesunken. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Montag kostete ein Barrel am Freitag im Durchschnitt 70,85 $. Das waren 58 Cent weniger als am Donnerstag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.

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  • Allein durch Spekulation auf eine Erholung der Weltwirtschaft hat Spekulanten zum Zocken am Ölmarkt beflügelt. Jetzt werden ihnen die Flügel gestutzt.

    -- US-Raffinerieauslastung auf historischem Tief --
    Die Raffinerien waren im November so wenig ausgelastet wie noch nie zu dieser Jahreszeit. Grund dafür ist die schwache Nachfrage - kein gutes Zeichen für die US- und Weltwirtschaft.
    Die Raffinerieauslastung in den USA ist in den vergangenen zwei Wochen unter die Schwelle von 80 Prozent gesunken. Das ist das erste Mal in einem November seit beginn der Datenaufzeichnung durch das US-Energieministerium.
    in nächster Zeit kommt ja auch noch die Ölförderung im iRAK dazu, der über gigantische Öl- und Gasvorräte verfügt. Nicht umsonst wettet Mexiko auf einen Ölpreisverfall.
    Der erträumte Aufschwung am Ölmarkt hinkt der Realität um Meilen hinterher – eine Fata Morgana

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