Hohe US-Lagerbestände
Machtkampf lässt Ölpreis abstürzen

Der Preisverfall auf dem Ölmarkt hat sich am Mittwoch deutlich verschärft. Der Preis für US-Rohöl purzelt in kurzer Zeit um mehr als vier Prozent. Und weder die USA noch Saudi-Arabien drosseln die Produktion.
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DüsseldorfRohöl der Sorte WTI ist am späten Mittwochnachmittag innerhalb von einer Stunde um fast vier Prozent im Preis auf bis zu 40,60 Dollar gefallen. Es lag damit fast zwei Dollar unter dem Tageshoch. Den Kurssturz hatte die Bekanntgabe von Lagerdaten für Rohöl in den USA ausgelöst.

Der Rohstoff notierte damit auf einem Niveau so niedrig wie seit mehr als sechseinhalb Jahren nicht. Auch Nordseeöl der Marke Brent rutschte über zwei Prozent ab auf 47,60 Dollar. Damit ist der Preis nur noch etwas mehr als zwei Dollar vom Jahrestief im Januar entfernt.

Analysten hatten erwartet, dass die US-Regierung ein Sinken der Rohöl-Lagerbestände um 800.000 Barrel (ein Barrel = 159 Liter) verkünden würde. Stattdessen meldete die US-Energiebehörde einen Anstieg um 2,6 Millionen auf 456 Millionen Barrel. „Die Daten waren eine völlige Überraschung“, so Tariq Zahir von der Finanzfirma Tyche Capital Advisors. „Wir glauben, dass die Daten nicht im Ölpreis berücksichtigt sind.“

Der Ölpreis hatte sich in den vergangenen Wochen bereits deutlich von über 60 Dollar abgeschwächt aus Sorge, dass es ein Überangebot im Markt gibt. Unter anderem deutet sich eine Lockerung der Sanktionen für den Iran an, der mehr Öl exportieren möchte. Außerdem tobt ein Machtkampf zwischen dem größten Öl-Produzenten Saudi-Arabien und der amerikanischen Fracking-Industrie. Durch hohe Produktion drückt Saudi-Arabien den Weltmarktpreis und gefährdet dadurch die Rentabilität vor allem von amerikanischen Ölförderern. Deren Fracking-Methode hatte die US-Produktion zu neuen Höhen geführt, ist aber relativ teuer.

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