Hoher Platinpreis stärkt Marktposition von Palladium
Preise für Palladium und Platin steigen

Branchenschätzungen zufolge wird die Nachfrage nach dem Edelmetall Platin im Gesamtjahr 2005 um 120 000 auf 6,71 Mill. Unzen zunehmen. Das wäre ein neuer historischer Höchststand. Der Bedarf überschreitet bereits das siebte Jahr in Folge die Produktion.

cla LONDON. Die Marktsituation bei Palladium ist dagegen bisher von einem Angebotsüberschuss geprägt. 2005 soll jedoch die Nachfrage um mehr als 400 000 auf 6,89 Mill. Unzen steigen und damit den Angebotsüberhang mehr als halbieren. Das geht aus dem halbjährlichen Marktbericht der Londoner Edelmetallgruppe Johnson Matthey hervor.

Der Bericht stärkt Optimisten in der Erwartung, dass beide Metalle ihren Höhenflug fortsetzen werden. Sie erwarten bei Platin noch vor Jahresschluss ein Überschreiten der 1000-Dollar-Marke. Derzeit liegt die Notierung bei 967 Dollar je Unze – der höchste Stand seit 25 Jahren.

Der hohe Platinpreis hat die Marktposition von Palladium gestärkt. Die Unze kostet mit 250 Dollar nur etwa ein Viertel des Schwestermetalls. Beide Metalle werden in der Autoindustrie benötigt. Wie bei Platin, wo etwa 60 Prozent des Angebots für die Ausrüstung von Katalysatoren benötigt werden, kommen etwa 50 Prozent der Palladium-Nachfrage aus der Auto-Branche.

Platin, so Johnson Matthey vom Branchendienst „Platinum Interim Review“, profitiert gegenwärtig vor allem von dem wachsenden Trend zu Dieselfahrzeugen. Andererseits verstärkt die Automobilindustrie derzeit ihre Bemühungen, Platin wegen des hohen Preises durch Palladium zu substituieren.

Platin ist wegen seines hohen Preises auch als Schmuckmetall nicht mehr so gefragt. Die Verarbeiter werden 2005 weniger von dem Metall verwenden als noch 2004. Sie stellten bisher ein knappes Drittel der Nachfrage. Der Palladiumpreis hat indessen vor allem wegen des Booms in Palladiumschmuck in China kräftig zugelegt.

Matthey hält auch noch aus einem anderen Grund einen Anstieg des Palladiumpreises auf bis zu 270 Dollar in den nächsten sechs Monaten für möglich: Am Weltmarkt beginne der Angebotsüberhang bei diesem Metall zu schrumpfen, da sich die Verkäufe russischer Bestände ihrem Ende näherten.“All dies deutet gesündere Marktverhältnisse für das Edelmetall an“, resümiert Branchenexperte Mike Steel.

Auch Ingrid Sternby von Barclays Capital und Michael Lewis von der Deutschen Bank gehen von weiterhin steigenden Preisen für die beiden Edelmetalle aus. Beide warnen jedoch vor einer kurzfristigen Preiskorrektur – bevor es dann den Analysten zufolge weiter aufwärts gehen soll. Das spekulative Engagement der Akteure an den Terminmärkten sowohl bei Platin als auch bei Palladium sei derzeit größer, als im langjährigen Durchschnitt zu beobachten.

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